Rückkopplung / Feedbacks

Ich habe Probleme mit Rückkopplungen (Feedbacks) was kann ich tun?

Zuerst einmal solltest Du der Ursache der Rückkopplungen auf den Grund gehen - und dazu gibt es einen ganz einfachen Test:

  1. In dem Moment, wo eine Rückkopplung auftritt, dämpfst Du als erstes einmal die Saiten mit dem Handballen ab. Verschwindet die Rückopplung, so ist alles in Ordnung.
  2. Verschwindet das Feedback dadurch nicht, so drehst Du den Volumenregler deiner Gitarre komplett zu.
  3. Sollte das Feedback dadurch noch nicht eleminiert werden, so ziehst Du das Gitarrenkabel vom Verstärker ab.
  4. Wenn es dann immer noch koppelt, so kannst Du eventuell von einem Defekt an Deinem Verstärker (z.B. mikrofonische Röhre) ausgehen.

Zur Erläuterung:

Rückkopplungen treten vornehmlich bei der Verwendung von High Gain Kanälen oder weit aufgedrehtem Gain oder hohen Lautstärken auf. All diese Faktoren erhöhen grundsätzlich die Rückkopplungsneigung. Es gibt aber durchaus probate Mittel, unerwünschte Rückkopplungen in den Griff zu bekommen:

  1. Beim Abdämpfen der Saiten wird die Rückkopplung der Schallwellen auf die Saitenschwingung unterbunden. Die Rückkopplung besteht also in diesem Fall zwischen Saiten und dem Signal aus den Lautsprechern. Diese gern auch einmal als musikalisches Stilmittel eingesetzte Rückkopplung (Jimi Hendrix lässt grüssen) kann bei Bedarf durch andere Positionierung der Gitarre zu den Lautsprechern bzw. Absenken der Lautstärke minimiert werden.
  2. Wird der Volumenregler der Gitarre zugedreht und die Rückkopplung verschwindet dabei, so ist dies ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass die Ursache des Feedbacks bei der Gitarre oder dem Gitarrenkabel zu suchen ist!
    Du könntest dann natürlich das Gain zurücknehmen oder einen Grundsound mit weniger Gain auswählen, oder die Lautstärke vermindern - aber viel sinnvoller ist es, der eigentlichen Ursache auf den Grund zu gehen. Die Rückkopplung entsteht in diesen Fall durch mechanische Schwingungen, welche die Drahtwicklung eines elektromagnetischen Tonabnehmers bzw. der ganze Tonabnehmer vollführt. Um dies zu minimieren, kann die Wicklung des Tonabnehmers zusätzlich vergossen werden. Auch kann es sinnvoll sein, unter den Tonabnehmern Schaumgummi zu platzieren, da die Federlagerung von Tonabnehmern oft unzureichend ist. Bei Humbuckern mit Metallkappe, kann die Rückkopplungsneigung oft durch Abnehmen dieser Kappe vermindert werden. Natürlich hilft es auch hier, mehr Abstand zu den Lautsprechern einzunehmen bzw. die Gitarre räumlich betrachtet in einen anderen Winkel zu den Lautsprechern zu bringen. Ganz lässt sich diese Form der Rückkopplungsneigung nicht eleminieren, doch erst wenn alle eben genannten Maßnahmen nicht greifen sollten, muss ggf. auf einen Grundsound mit weniger Gain zurückgegriffen oder die Lautstärke vermindert werden. Wer häufig extreme High Gain Sounds einsetzt ist es daher auch gewohnt, immer dann, wenn er nicht gerade spielt das Volumenpoti der Gitarre zuzudrehen.
  3. Richtig: Auch ein (qualitativ schlechtes...) Kabel kann Feedbacks verursachen! Dies wird durch eine zu lose Abschirmung des Kabels hervorgerufen, wodurch diese im Verhältnis zum Innenleiter schwingt. Solche Kabel erkännt man auch daran, dass sie "rascheln", wenn man den Amp aufgedreht hat und das Kabel bewegt. Abhilfe schafft hier nur ein Austausch und die Entsorgung des problematischen Kabels. Hinweis: Wird an der Gitarre das Volumenpoti zugedreht, so werden die beiden signalführenden Pole des Kabels quasi einseitig kurzgeschlossen, wodurch das Feedback ebenfalls vermindert wird. Daher ist der letzte Test (Abziehen des Kabels bei aufgedrehtem Gitarrenvolumen...) ganz wichtig, um das Kabel eindeutig als Fehlerursache auszuschliessen.
  4. Richtig gelesen: Wenn eine Rückkopplung erst einmal angefangen hat, so kann diese ggf. auch dann nicht einmal abbrechen, wenn gar kein Gitarrenkabel mehr am Amp angeschlossen ist. Gerade Röhrencombos sind (aufgrund des geringen Abstandes von Lautsprechern und Röhren...) recht empfindlich. Entferne in solch einem Fall erst einmal sämtliche Peripheriegeräte. Ist die Rückkopplungsneigung dann immer noch vorhanden, und Fall 1.), 2.) und 3.) ist ausgeschlossen, dann ist vermutlich eine mikrofonische Röhre die Fehlerursache. Lasse von einem Techniker ermitteln, um welche Röhre(n) es sich handelt, und diese austauschen. Auch andere mögliche Fehlerursachen kann dann nur noch ein Techniker aufspüren...

Hinweis: Ultra-High-Gain Sounds sind bei Röhrencombos systembedingt nur bis zu einer gewissen Lautstärke spielbar, da auch qualitativ hochwertigste Röhren immer noch eine natürliche Mikrofonie aufweisen. Wird auf ein Topteil mit Box zurückgegriffen, so sind die Röhren wesentlich besser von der Luftsäule der Lautsprecher entkoppelt.

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