Lexikon

Centerfrequenz

Mit Centerfrequenz wird die mittlere wirksame Frequenz eines Klangfilters bezeichnet. Sie markiert die Mitte der Bandbreite eines Filters, das muß nicht unbedingt auch die Mitte des bearbeiteten Frequenzbandes sein. Sie stellt den „gefühlten Schwerpunkt“ des Wirkungsbereiches dar.

Obwohl in der Praxis jeder Filter nicht nur eine einzelne Frequenz, sondern ein Frequenzband bearbeitet, wird dessen Wirkung häufig als eine Verschiebung der Centerfrequenz beschrieben. Bei semiparametrischen EQs oder regelbaren Notchfiltern wird nach dieser Darstellung die Centerfrequenz eines Klangfilters innerhalb einer festgelegten Bandbreite verschoben.

Channel
Definition:

Channel (engl.) bedeutet „Kanal“. Damit ist die Signalführung in einem Verstärker gemeint, die zu einem weiteren unabhängigen Sound führt (z.B. Clean-Kanal für unverzerrte Sounds und Overdrive-Kanal für verzerrte Sounds). Die verschiedenen Kanäle können meist per Schalter oder Fußschalter angewählt werden.

Historisch waren mehrkanalige Verstärker für den Anschluß mehrerer Instrumente ausgelegt (ähnlich den heutigen Acousticverstärkern). Nachdem Marshall die ersten zweikanaligen Amps vorstellte, bei denen zwischen Clean und Overdrive umgeschaltet werden konnte, veränderte sich auch die Terminologie der User. Mit mehrkanalig ist heute meist die eben beschriebene Variante gemeint.

Chassis
Definition:

Der Begriff Chassis (engl. für „Gestell“) wird in der Verstärkertechnik vor allem in zwei Bereichen verwendet:

  1. Mit dem Lautsprecherchassis ist im engeren Sinne der Korb eines Speakers gemeint, meist wird der Begriff jedoch für einen kompletten Speaker verwendet.
  2. Das Elektronikchassis nimmt den größten Teil der Schaltung des Verstärkers auf. Es schützt die empfindliche Elektronik vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit und Erschütterungen sowie Einstreuungen.
Chorus
Definition:

Durch Aufspalten des Signals und dem darauffolgenden Zusammenmischen des Originalsignals mit der zweiten, leicht frequenzmodulierten („verstimmten“) Signalhälfte entsteht dieser populäre Effektsound. Dieser wird bei Marshalls SV1 Pedal mit einem LFO (Low Frequency Oscillator) erzeugt, der dabei eine leichte Variation der Verstimmung generiert. Es entsteht ein subtiler, gleichzeitig auch voller Sound, der sowohl für Clean- und Zerrsounds bestens geeignet ist.

Cinch
Definition:

„Cinch“ bezeichnet genormte Steckverbinder zur Übertragung von elektrischen Signalen, die an (abgeschirmten) Koaxialkabeln verwendet werden.

Dieser Steckertyp wurde in Amerika schon seit den 40er Jahren verwendet, als hierzulande noch Bananenstecker oder DIN-Stecker (Würfelstecker, Tuchelstecker u.a.) üblich waren.

Die in Deutschland übliche Bezeichnung geht auf die Firma Cinch zurück, die diesen Steckertyp damals hauptsächlich gefertigt hat. Die eigentliche, international übliche Bezeichnung lautet RCA Jack, da die Steckverbindung damals von der Radio Corporation of America (RCA) entwickelt wurde.

Dieser Steckertyp wird heutzutage vor allem im Audio, Video- und Homerecording-Bereich verwendet, aber auch Hallspiralen in Verstärkern werden damit angeschlossen.

Audio: rot = rechter Kanal, weiß = linker Kanal (manchmal auch schwarz)
Video: gelb (Composite Video)

Für Audio-Geräten, die auch aufnehmen können, werden Kabel mit vier Anschlüssen verwendet, dadurch können sowohl die Ein- als auch Ausgänge des Geräts in Stereo abgedeckt werden. Bei solchen Kabeln werden die Farben Rot, Weiß, Gelb und Schwarz verwendet:

Rot: Rechter Kanal für Aufnahme
Weiß: Linker Kanal für Aufnahme
Gelb: Rechter Kanal für Wiedergabe
Schwarz: Linker Kanal für Wiedergabe

Diese Farb-Kombination wird auch für Adapter von Cinch auf 5-polige DIN-Buchsen verwendet.

Eine kleine Gedächtnisstütze: Die „bunten“ Anschlüsse sind rechts, die „farblosen“ links und das Paar rot/weiß wird für die Aufnahme verwendet.

Achtung: Die Stecker nur bei ausgeschalteten Geräten einstecken! Der Innenkontakt ist „voreilend“, das bedeutet, der innere „heiße“ Stift ragt weiter heraus und bekommt dadurch vor der äußeren Masse/Abschirmung Kontakt.

Die richtige Aussprache lautet übrigens weder „Ttschintsch“, noch „Kinsch“, sondern eher „Sintsch“ (wie in City + Inch).

Class A
Definition:

Kaum ein Begriff wird in der Musikersprache so häufig falsch verwendet wie „Class A“. Durch die scheinbare Verwandschaft zum deutschen Attribut „erstklassig“ wird der Begriff gern als Qualitätskriterium herangezogen, obwohl etwas völlig anderes gemeint ist.

Mit Class A wird die Betriebsart eines Leistungsverstärkers (z.B. einer Endstufe) beschrieben, unabhängig davon, ob der Verstärker mit Röhren oder mit Transistoren arbeitet. Röhren und Transistoren heben das verstärkte Signal nicht vollständig proportional an, sie arbeiten also nicht vollkommen linear. Vielmehr hat jedes Bauteil eine eigene Charakteristik, die sich in einer Kennlinie darstellen lässt. Einige Abschnitte dieser Kennlinie sind weitgehend linear, in anderen kommt es zu deutlich geringerem Verstärkungsfaktor oder auch zu Verzerrungen.

Der Arbeitspunkt des Bauteils legt fest, in welchem Bereich dieser Kennlinie das Bauteil eingesetzt wird. Wo dieser Arbeitspunkt genau auf der Kennlinie liegt, wird durch die Beschaltung der Bauteile bestimmt.

Ein „Eintakt-Verstärker“ arbeitet mit einer Class A-Schaltung. Hier liegt der Arbeitspunkt etwa in der Mitte des linearen Abschnitts der Kennlinie, weshalb diese Stufe einen hohen, nicht von der Aussteuerung abhängigen Ruhestrom und einen geringen Wirkungsgrad hat. Der theoretisch erreichbare Wirkungsgrad liegt bei 50 Prozent, der weit überwiegende Teil der elektrischen Energie wird in Wärme umgesetzt. Der hochgelobte Class A-Verstärker ist also ein echter Verschwender.

Im Vergleich zu Gegentaktendstufen, die bei Instrumentalverstärkern weit mehr verbreitet sind, ist die erreichbare Verstärkung geringer, es kommt aber auch früher zu harmonischen Verzerrungen. Der Sound von Gegentaktverstärker in der Sättigung ist im Vergleich dazu deutlich dreckiger. Wer auf Jazz oder moderaten Blues steht, ist mit einem Class A-Verstärker bestens bedient.

clean
Definition:

Das englische Wort für „sauber“ bezeichnet unverzerrte, glasige Sounds, wie man sie von den alten amerikanischen Amps kennt. Laute Cleansounds benötigen vor allem eines: Leistungsreserven! Denn spätestens wenn die Endstufe des Amps in die Sättigung gerät, also an der Leistungsgrenze betrieben wird, entsteht verzerrter Gitarrensound.

Cleankanal
Definition:

Ein Kanal, der vorwiegend für cleane Grundsounds ausgelegt ist.

Das englische Wort für „sauber“ bezeichnet unverzerrte, glasige Sounds, wie man sie von den alten amerikanischen Amps kennt. Laute Cleansounds benötigen vor allem eines: Leistungsreserven! Denn spätestens wenn die Endstufe des Amps in die Sättigung gerät, also an der Leistungsgrenze betrieben wird, entsteht verzerrter Gitarrensound.

Cleansounds
Definition:

Das englische Wort für „sauber“ bezeichnet unverzerrte, glasige Sounds, wie man sie von den alten amerikanischen Amps kennt. Laute Cleansounds benötigen vor allem eines: Leistungsreserven! Denn spätestens wenn die Endstufe des Amps in die Sättigung gerät, also an der Leistungsgrenze betrieben wird, entsteht verzerrter Gitarrensound.

Combo
Definition:

Beim Combo bzw. Comboverstärker sind die Lautsprecher in das Verstärkergehäuse integriert. Der Begriff ist von seiner ursprünglichen Verwendung in kleinen Bands abgeleitet.

Comboverstärker sind leicht transportabel und sparen die Verkabelung der Lautsprecher vor dem Gig. Ein Combo ist deutlich leichter als ein Halfstack oder eine ähnliche Anlage. Die Nachteile von Combos sind weniger Klangvolumen und geringerer Schalldruck, vor allem bei High-Gain-Sounds.

Neben den typischen E-Gitarrencombos ist gerade im Bühnenbetrieb der Acoustic Combo populär, der im Vergleich zum Anschluss einer Akustikgitarre an das Mischpult enorme Vorteile im Monitoring bietet.

Compression
Definition:

Als Kompression wird die pegelabhängige Verdichtung des Sounds bezeichnet, die auch in Röhrenschaltungen auftritt, sobald die Röhren im Sättigungsbereich betrieben werden. Komprimierte Klänge weisen weniger Lautstärkeschwankungen auf, womit ein besonders homogenes Klangbild erzielt werden kann.

Kompressoren begrenzen die Dynamik des verarbeiteten Signals für ein geradliniges Klangbild, wodurch das Instrument leichter spielbar erscheint, die dynamischen Ausdrucksmöglichkeiten jedoch eingeschränkt werden. Daher ist für die Einstellung der Kompression Fingerspitzengefühl gefragt.

Der Parameter „Compression“ bestimmt die Stärke der Kompression. Je höher die Kompression, desto stärker werden die Lautstärkespitzen und Einbrüche des Sounds ausgeglichen. Somit wird das Sustain größer und der Ton des Instrumentes glatter. Gleichzeitig gewinnt der Sound an Präsenz und Direktheit, verliert aber an Dynamik.

Contour
Definition:

Mit „Contour“ wird die einzigartige Marshall-Mittenregelung bezeichnet, die mit einem Dreh den Grundsound des Amps drastisch verändert. Dabei wird im Gegensatz zu herkömmlichen Mittenregelungen die Bandbreite des Filters verändert. Auf diese Weise kann die ganze Vielfalt durchsetzungsstarker Rocksounds bis hin zu den typischen „gescoopten“ Sounds des New Metal erzeugt werden.

corner-lock
Definition:

Unter einer verzapften Verbindung (englisch: „finger-joint“ oder „corner-lock“) versteht man eine traditionelle Schreinertechnik aus dem Blockhausbau für das Zusammenfügen verschiedener Holzteile. Dabei werden die Hölzer ineinander gesteckt.

Dieser umgangssprachlich gebrauchte Ausdruck wird im Boxenbau häufig falsch benutzt, der korrekte Begriff für die hier eingesetzte Holzverbindung ist „Verzinkung“, die eine extrem stabile Verbindung von Gehäuseecken ermöglicht. Das Verzinken ergibt maximalen mechanischen Halt und bietet außerdem eine vergrößerte Fläche bei der Verleimung. Die „falsche“ Benutzung dieses Begriffes im Verstärkerbau resultiert vermutlich daraus, dass die Elektronikchassis der meisten Verstärker galvanisch verzinkt werden, so dass es leicht zu Begriffverwechselungen kommen könnte.

Crunch
Definition:

Das englische Wort für „zermalmen“ oder „zersplittern“ bezeichnet angezerrte, dreckige Sounds, wie man sie von den ersten Marshalls kennt. Crunchsounds entstehen, wenn die Endstufe des Amps in die Sättigung gerät, also an der Leistungsgrenze betrieben wird, oder wenn mit einem Booster die Eingangsstufe eines Röhrenverstärkers übersteuert wird. Einige Modelle haben explizit einen Crunchkanal.

Crunchsounds werden auch häufig mit dem Begriff Overdrive bezeichnet. Bei Marshall wird häufig mit „Overdrive 1“ und „Overdrive 2“ zwischen Crunch und Lead unterschieden. Damit soll unterstrichen werden, dass die Leadkanäle dieser Modelle auch für moderater eingestellte Crunchsounds eigesetzt werden können.

Crunch Balance
Definition:

„Balance“ bezeichnet das Mischungsverhältnis zweier Kanäle oder Grundsounds. Ähnlich einem Crossfader bei Mischpulten kann damit auf einfache Weise der Anteil verschiedener Signalwege geregelt werden. So wird z.B. beim Marshall AS50D mit dem Balance-Regler der Signalanteil des Effektes den einzelnen Kanälen zugeordnet.

Mit „Crunch Balance“ wird bei den Verstärkern der MA-Serie der Regler bezeichnet, der das Gain- und Lautstärkeverhältnis zwischen Overdrivesound und geboostetem Overdrivesound bestimmt. Somit wird letztlich die Pegelanhebung des Boost-Effektes voreingestellt.

Custom
Definition:

Der Begriff stammt aus dem amerikanischen Englisch und steht für „Maßanfertigung“. So wie bei Gitarren damit die Sondermodelle verschiedener Hersteller gemeint sind, wird der Begriff auch für Amps eingesetzt.

Marshall lässt sich zum Beispiel die Lautsprecher von Celestion „maßschneidern“. Dabei werden die Lautsprecherparameter (Material für Membran und Spinne, Spulendaten und Magnetmaterial) in Zusammenarbeit mit Celestion so angepasst, dass die gewünschten Klangergebnisse erzielt werden. Auf diese Weise entstanden ganz nebenbei viele Klassiker aus dem Celestion-Programm, z.B. der Vintage 30. Auch speziell auf bestimmte Marshall-Combomodelle optimierte Speaker wurden so konzipiert.

Damping
Definition:

Der Begriff Dämpfung wird in der Endstufentechnik benutzt, um die Wechselwirkung zwischen Endstufe und Lautsprechern zu beschreiben.

Bei der negativen Rückkopplung (auch Gegenkopplung oder negative Feedback-Schleife genannt) handelt es sich um einen Regelkreis mit selbstminderndem Effekt. In Verstärkern wird mit großer Gegenkopplung eine Linearisierung der Transistor- oder Röhren-Kennlinie erreicht, woraus verringerte Signalverzerrungen resultieren. Die starke Dämpfung hat aber auch zur Folge, dass der Lautsprecher in hohem Maße dem Signalverlauf der Endstufe folgt - ein Anspruch, der an PA-Systeme und HiFi- Anlagen gestellt wird.

Wenn hingegen ein größeres Maß an Endstufenverzerrung gewünscht ist, kann die Gegenkopplung kleiner ausgelegt werden. Der Klang wird dadurch weicher und etwas weniger straff. Eine solche weiche Dämpfung, wie sie fast alle klassischen Röhrenverstärker aufweisen, ermöglicht ein freieres Durchschwingen der Speaker, und ist besonders für Vintage-Sounds typisch.

Marshalls FDD-Technik ahmt die Effekte in der Gegenkopplung von Röhrenverstärkern vortrefflich nach, mittels dieser einzigartigen Schaltung wird die Dämpfung der Endstufe frequenzabhängig verändert.

Decay
Definition:

Unter Sustain versteht man die Länge eines ausklingenden Tons. Verebbt der Ton nach dem Anschlagen schnell, hat das Instrument ein kurzes Sustain; klingt ein Ton über einen größeren Zeitraum aus, spricht man von langem Sustain.

Das Sustain ist vom Instrument abhängig. Ein Banjo hat aufgrund der Fellkonstruktion ein extrem kurzes Sustain im Vergleich zu einer Gitarre. Bei letzterer wird eingeleimten Hälsen allgemein ein längeres Sustain zugesprochen. Auch ein Verstärker trägt in großem Maße zu langem Sustain bei. Komprimierte Sounds und verzerrte Klänge halten den Ton stabiler, mit gezielt eingesetzten Rückkopplungen (Feedback) lässt sich das Sustain nach Belieben verlängern.

Der Begriff „Sustain“ ist nicht zu verwechseln mit Nachhall oder Abklingen (engl. Decay), da beim Sustain der ausklingende Ton vom Instrument selbst hergestellt wird. Beim Nachhall (Decay) findet eine Reflexion des Schalls statt, die sich unabhängig vom Eigenklang des Instruments verhält.

Deckenresonanz
Definition:

Der Sound von akustischen Gitarren wird besonders durch das Schwingungsverhalten der Decke bestimmt. Unabhängig vom Konstruktionsprinzip hat jede Gitarre eine Grundfrequenz, die besonders betont wird - ein Effekt, der von der Resonanzfrequenz der Decke herrührt.

Beim Verstärken einer akustischen Gitarre ist die Deckenresonanz neben der Resonanzfrequenz des Tonabnehmers ein kritischer Faktor, was das Entstehen von Rückkopplungen angeht. Rückkopplungen lassen sich sehr gut mit einem Notchfilter oder einer Phasenschaltung in den Griff bekommen. Beim Marshall AS100D gibt es zwei Notchfilter, einen für die Deckenresonanz, der zweite dient der Kontrolle der Piezokopplung.

Deep
Definition:

Der Deep-Schalter gibt dem Ton einen sonoren Charakter und zielt auf das tieffrequente Wiedergabeverhalten der Lautsprecher ab, er wirkt auf die Gegenkopplung der Endstufe. Die Wirkungsweise des Schalters ist stark von den verwendeten Lautsprechern abhängig. Bei kleinen Lautstärken kann der untere Frequenzbereich gefüllt werden, bei höheren Lautstärken ergibt sich ein fettes, aber immer kontrollierbares Grummeln für den Grundsound.

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