Lexikon

Lastwiderstand
Definition:

Ein Lastwiderstand (engl. power soak, attenuator) wird zur Leistungsreduzierung von Röhrenendstufen benutzt. Dabei läuft die Endstufe unter voller Last, so dass die Röhren auch bei kleiner Lautstärke ein sattes, warmes Übersteuerungsverhalten liefern. Im Livebetrieb kann die Lautstärke der Örtlichkeit angepasst werden und im Studio kann sogar ganz ohne hörbares Lautsprechersignal gearbeitet werden, während das authentische Ampsignal für das Mischpult zur Verfügung steht.

Bei den anspruchsvollen Power-Soaks von Marshall (Power Brake und SE100) handelt es sich keineswegs um einfache ohmsche Widerstände. Ein solcher würde zwar auch die Röhrenendstufe schützen, weil er ja die Lautsprecherbox ersetzt, aber sich klanglich nicht annähernd wie ein Lautsprecher verhalten. Beim SE100 sorgt eine aufwändiges Netzwerk von induktiven und kapazitiven Lasten für authentischen Impedanzverlauf, beim PB100 besteht die technische Lösung in einem Step-Down-Transformator, dessen Wicklung mit einer Charakteristik filtert, die der Spule eines Lautsprechers sehr nahe kommt.

lead
Definition:

Der Begriffe "lead" kommt vom englischen Wort für "anführen" und bezeichnet in der Musik die Stimmen oder die Musikinstrumente, die die Hauptmelodien oder die Soli ausführen. Daraus entstand auch der Begriff "Lead Guitar" für die Sologitarre oder "Leadkanal für den Solokanal".

In der Modellbezeichnung historischer Marshall Modelle taucht dieser Begriff häufiger auf z. B. als "Superlead") - er weist ursprünglich darauf hin, dass das entsprechende Gerät für elektrische Gitarre (also nicht für Bass oder PA) gedacht war.

Lead
Definition:

Marshall gilt als der erste Hersteller, der die Verzerrung (engl: „distortion“) bewusst für die Soundgestaltung einsetzte.

Der englische Begriff „Overdrive“ steht für angezerrte und verzerrte Sounds. Sie werden manchmal auch als „Leadsounds“ bezeichnet, da sie im klassischen Rock‘n‘Roll fast ausschließlich für die Leadgitarre, also Soloparts, eingesetzt wurden. Für besonders stark verzerrte Klänge (bei Marshall oft mit „Overdrive 2“ bezeichnet) hat sich der Begriff „Lead“ etabliert. Einige Marshall-Modelle verfügen explizit über einen Leadkanal.

Die typischen Overdrive-Sounds wurden durch Übersteuerung von Röhren erreicht, indem etwa die Eingangsröhren ein sehr starkes Signal von der Gitarre, z.B. mittels Booster, bekommen. Solche Sounds sind heute auch mit anderen Technologien (Transistoren, Digitaltechnik) recht authentisch reproduzierbar.

Bei Marshall wird für die Kanalbezeichnung der verzerrten Kanäle der Begriff Overdrive (OD) bevorzugt, da dieser neutraler ist als „Lead“ oder „Crunch“. Dabei steht „OD1“ meist für den Kanal mit weniger Gain (Crunch) und „OD2“ für den Kanal mit mehr Gain (Lead).
Verzerrung ist nicht gleich Verzerrung - der Charakter der Übersteuerung spielt eine entscheidende Rolle für das Soundgefüge! Bei Marshall gleicht die Art der Verzerrung eher einer Klangkomposition: Welche Frequenzbereiche bei welcher Anschlagsstärke wie stark übersteuert werden, die Auswirkungen auf die Kompression und das Obertonverhalten, die Betonung einzelner Peaks und viele weitere Faktoren gehen in das Sounddesign mit ein. Die genauen Zutaten des Marshall-Sounds werden deshalb fast so streng gehütet wie das berühmte „Coca Cola“-Rezept.

Limiter
Definition:

Ein Limiter oder „Begrenzer“ ist ein dynamikbearbeitendes Effektgerät, das seinen Ausgangspegel auf einen bestimmten Wert herunterregelt. Im Gegensatz zum Kompressor bleiben dabei kleinere Eingangssignale in ihrer Dynamik weitgehend unbeeinflusst - erst ab Überschreitung höherer Pegel setzt die Signalbearbeitung überhaupt ein.

Ein Limiter wird häufig bei Aufnahmen verwendet, um dynamische Schallquellen wie Sprache und Gesang auf einen definierten Pegel zu begrenzen. Hier fungiert der Limiter als Schutzbegrenzer, um Verzerrungen in nachfolgenden Geräten zu vermeiden. Auch in Masteringstudios ist der Limiter ein Standardwerkzeug. Der Durchschnittspegel einer Produktion wird vor allem durch das Limiting angehoben. Im Live-Bereich werden Limiter zum Schutz des Audioequipments eingesetzt.

Einige Kompressoren können auch als Limiter eingesetzt werden, z.B. der Marshall ED-1 Kompressor.

Line-Out
Definition:

Ein Lineout dient der Verbindung eines Gerätes mit weiteren Komponenten im Setup. Oft werden solche Verbindungen unsymmetrisch, meist mit abgeschirmten Klinkenkabeln ausgeführt. Daher sollten die Signalwege möglichst kurz gehalten und gut abgeschirmte Kabel verwendet werden.

Dabei wird der sogenannte Linepegel mit einer Signalstärke von einem Volt möglichst nicht überschritten, um Verzerrungen nachgeschalteter Geräte zu vermeiden.

Lineout
Definition:

Ein Lineout dient der Verbindung eines Gerätes mit weiteren Komponenten im Setup. Oft werden solche Verbindungen unsymmetrisch, meist mit abgeschirmten Klinkenkabeln ausgeführt. Daher sollten die Signalwege möglichst kurz gehalten und gut abgeschirmte Kabel verwendet werden.

Dabei wird der sogenannte Linepegel mit einer Signalstärke von einem Volt möglichst nicht überschritten, um Verzerrungen nachgeschalteter Geräte zu vermeiden.

Linepegel
Definition:

Der Linepegel ist der nominale Signalpegel, der bei der Übertragung zwischen verschiedenen Audiogeräten als Standard gilt. In der Praxis werden zwei Pegelwerte benutzt: + 4 dBu gilt als Bezugspegel für professionelle Audio-Anwendungen, - 10 dBV wird im semiprofessionellen und Consumer-Bereich als Referenz angesetzt.

Loop
Definition:

Ein Effektweg dient dem Anschluss von Effektgeräten, die im Signalweg hinter der Vorstufe, also der verzerrenden Verstärkerstufe, betrieben werden. Man unterscheidet:

serieller Effektweg/serial FX-Loop

Das Signal der Vorstufe wird aus der Send-Buchse über das Effektgerät an die Return-Buchse zurückgeführt. Dabei wird das gesamte Gitarrensignal durch das Effektgerät geschickt und dabei verändert. Umgangssprachlich spricht man hierbei vom „Einschleifen“.

paralleler Effektweg/parallel FX-Loop

Bei dieser Art von Effektweg wird das Originalsignal mit dem Effektsignal gemischt. Der Vorteil dabei ist, dass die minimalen Aussetzer beim Umschalten des Effektgerätes durch das Originalsignal überbrückt werden, dieses läuft weiter ungehindert durch. Zudem verfälschen die meisten Effektgeräte den Grundsound eines Amps – dieses Phänomen wird bei einem parallelen Effektweg minimiert. Wird der Effektanteil auf das Maximum eingestellt, verhält sich ein paralleler Effektweg genau wie ein serieller Effektweg. Das Effektsignal wird dann nicht mit dem Originalsignal gemischt wird, es können auch keine Phasenauslöschungen den Sound verfälschen. Manche Effektwege begrenzen das Zumischen des Effektanteils, womit sichergestellt wird, dass immer das Originalsignal vorhanden ist (z.B. 50% Effektsignal und 50% Originalsignal bei voll aufgedrehtem FX-Mix-Regler). In solchen Effektwegen muß natürlich auf eine lineare Phasenlage des Effektgerätes geachtet werden.

Unabhängig von der Art des Effektweges sind Effektgeräte zu bevorzugen, die die Phasenlage nicht oder nur marginal verändern. Am besten unterzieht man Effektgeräte einem intensiven Praxistest am eigenen Verstärker, um deren Tauglichkeit für die eigenen Soundvorstellungen zu überprüfen.

Looper
Definition:

Mit einem Looper lässt sich mittels MIDI-Befehle ein Signalrouting für Gitarrenanlagen erstellen. Derartige Geräte haben eine MIDI-In Buchse und mindestens einen, meist mehrere Effektloops (Einschleifwege).
Dabei werden bestimmten MIDI-Programmwechselbefehlen („Program Changes“) die jeweils aktiven FX-Loops zugeordnet.

Looper sind eine sinnvolle Ergänzung des Setups, wenn gleichzeitig mehrere Effektgeräte verwendet und bequem per MIDI in den Signalweg geschaltet werden sollen.

Low & High Power
Definition:

Bei einer Halfpowerschaltung wird die Ausgangsleistung einer Röhrenendstufe durch das Wegschalten von Röhren halbiert. Ziel ist es dabei, auch bei kleineren Ausgangsleistungen eine Übersteuerung der Endstufe zu erreichen - optimal für Studioaufnahmen oder kleinere Gigs.

Die Halfpowerschaltung unterscheidet sich deutlich von der Pentode/Triode-Umschaltung, bei der einzelne Systeme von Pentodenröhren weggeschaltet werden. Sie klingt vergleichsweise etwas aggressiver als die „süsslichere“ Pentoden/Trioden- Umschaltung.

Bei Halfpowerschaltung werden die Röhren ungleichmässig verschlissen, ähnlich wie beim Ausstecken zweier Endröhren. Wird diese Betriebsart über längere Zeit gewählt, kann sich für die beiden laufenden Röhren die Lebensdauer geringfügig verkürzen, weshalb wir in diesem Fall eine regelmässige Kontrolle der Röhren durch einen Techniker empfehlen.

Vor dem Umschalten eines Leistungswahlschalters muss der Verstärker auf „Standby“ oder komplett ausgeschaltet werden!

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