Lexikon

Schalter
Definition:

Bei schaltenden Bedienelementen (engl. switch) unterscheidet man zwischen Schaltern (engl. latched switch) und Tastern (engl. unlatched switch).

Schalter sind typische „An/Aus-Schalter“, die zwei Schaltpositionen für diese beiden Betriebszustände haben. Mögliche Formen sind Druckschalter, Wippschalter, Kippschalter und Drehschalter.

Taster schalten nur während der Betätigung in den aktivierten Schaltzustand. In der Regel werden Drucktaster eingesetzt. Taster werden eingesetzt, um das Timing für bestimmte Effekte einzugeben (Tap-Funktion) oder in Verbindung mit einer Schaltlogik den Kanal zu wählen. Diese Schaltlogik kann im Verstärker oder im Fußschalter integriert sein.

scoop
Definition:

Der englische Begriff beschreibt die typischen New-Metal Sounds, die durch das "Aushöhlen" der Mitten erzeugt werden. Ähnlich der Contour Regelung kann so (z.B. mittels eines Schalters) eine zusätzliche, metal-orientierte Grundsoundvariante abgerufen werden.

Setup
Definition:

Mit "Setup" wird der komplette Aufbau einer Instrumentalanlage bezeichnet. Dieser kann z. B. aus Gitarren, Amps, Cabinets, Effektgeräten, Mischpult, Fußschalter, Stimmgerät, Mikrofon u.v.a.m. etc. bestehen.

In der Natur der Sache liegt, dass ein großes Setup viele technische Möglichkeiten und eine deutlich höhere Flexibilität als vergleichbare Kompaktgeräte bietet. In jedem Fall steigen mit jedem weiteren Gerät die Kosten für das Setup, es können sich leichter Bedienfehler, Probleme mit Kabelverbindungen, Dynamikverluste etc. einschleichen - und der Transport wird natürlich ebenfalls aufwändiger.

Es ist also genau zu überlegen, welche Komponenten in einem Setup wirklich sinnvoll sind - und ob sie in der Praxis auch wirklich genutzt werden. Im Allgemeinen kann davon ausgegangen werden, dass die Klangqualität im Ergebnis stets nur gut sein kann, wie die des "schlechtesten" signalführenden Gerätes im Setup. Bei der E-Gitarre wird von vielen Musikern der Einfluß des Verstärkers auf den Klang tendenziell unterschätzt, der der Gitarre hingegen überbewertet - was natürlich nicht bedeuten soll, dass die Gitarre keinen wesentlichen Einfluß auf den Sound hätte.

Gerade bei professionellen Musikern stellt sich oftmals, nach jahrelangen Erfahrungen mit verschiedensten Setups heraus, dass eine Gitarre mit einem guten Röhrenverstärker ohne weiteren Schnickschnack einfach den besten Sound macht! Weil sich der "Kampf" mit einem "ehrlichen" Grundsound (der völlig ohne Effekte auskommt und bei dem man einfach alles, auch jeden Spielfehler und jedes Griffbrettgeräusch hört...) durchaus lohnt.

Die Reissues der legendären Marshall Vintage Amps, wie z. B. der 1959SLP, 1959HW, 1974X und 2061X sind für solche Anwender genau das Richtige!

shift
Definition:

Der Tone Shift Schalter konfiguriert die Soundschaltung der Klangregelung um. Er macht aus dem traditionellen (leicht mittenbetonten) Marshall EQ einen in den Mitten abgesenkten Grundsound. Auch wenn solch ein Sound meist mit Metal assoziiert wird, solltest du dich bitte nicht scheuen, die geshiftete Klangregelung auch für andere Stile einzusetzen - gerade auch bei kleinen Lautstärken kann so der Ampsound tiefenbetont und "fett" gemacht werden.

Bei aktiviertem Tone Shift wird auch gern der Middle Regler abgedreht, um New Metal Sounds perfekt zu machen. Experimentieren mit diesem Schalter und der Klangregelung lohnt sich!

Side Fill
Definition:

Der "Side Fill" ist eine besondere Art der Monitorlautsprecher. Auf sehr grossen Bühnen wird ein Side Fill benutzt, um die Seiten der Bühne ebenfalls zu beschallen, damit sich die Musiker überall hören können und die Beschallung gleichmäßiger ist.

Silent Recording
Definition:

Der englische Begriff bedeutet übersetzt "lautlose Aufnahme" und wird im Zusammenhang mit Ausgängen von Verstärkern, benutzt, die einen direkten Anschluss an ein Mischpult ermöglichen, sogenannte "emulated Outputs" oder "Recording Outputs". Letztere sind nicht nur einfache Signalausgänge, sondern wurden instrumentenspezifisch mit speziellen Klangfiltern versehen, welche den Sound von Mikrofonen und Lautsprechern emulieren. Somit ist das Klangbild nicht unnatürlich und "kratzig", sondern entspricht möglichtst perfekt dem einer Mikrofonabnahme.

Silent recording bedeutet also, dass Aufnahmen gemacht werden können, ohne dass der Verstärker direkt hörbar ist, was ja bei der Mikrofonabnahme unverzichtbar wäre.

Singlecoil
Definition:

Der Singlecoil wird als Tonabnehmer auf elektrischen Gitarren eingesetzt. Im Gegensatz zum Humbucker handelt es sich dabei um einen einspuligen Tonabnehmer, der damit in der Regel auch für Einstreuungen von elektromagnetischen Wechselfeldern (und damit auch für Nebengeräusche z. B. von Neonlampen, Handys oder Fernsehern...) empfindlicher ist.

Die Klangcharakteristik des Singlecoils ist im Gegensatz zum Humbucker höhenreicher und durchdringender, mit etwas reduzierten Frequenzanteilen im Bassbereich. Im Allgemeinen ist der Output des Humbuckers größer als der eines Singlecoils, was wegen der erhöhten Ansteuerung leichter zu einem Übersteuern des Verstärkers und damit zu Verzerrungen führt.

Eine Sonderform ist der so genannte "stacked" Single Coil, bei dem eine zweite Spule unter dem eigentlichen Tonabnehmer angeordnet ist. Dieser wird aufgrund seiner Wirkungsweise oft auch als "stacked Humbucker" bezeichnet. Die untere Spule eines solchen Pickups überträgt (beim stacked Singlecoil) dabei aufgrund von Abschirmmaßnahmen keine Saitenschwingungen, sondern dient als sog. "Dummy-Spule" ausschließlich der Brummunterdrückung. Stacked Singlecoils werden in verschiedenen Singlecoil-Baugrößen (z. B. Standard Fender Stratocaster, Fender Telecaster oder P90) hergestellt und können wie diese klingen, ohne aber an Brummeinstreuungen zu leiden.

Slope
Definition:

Der Slope Regler bewirkt eine steilflankige Absenkung der Tiefmitten um bis zu 20db - für einen punchigen Sound (ohne Dröhnen) auch bei hoher Lautstärke. Einige der Marshall Bassamp Modelle z. B. Versionen des "1992" Topteils) waren damit ausgestattet.

Softstart
Definition:

Bei Geräten mit Hochleistungsendstufen werden häufig Ringkerntransformatoren eingesetzt. Diese Transformatoren sind in der Herstellung recht teuer und erzeugen zwar ein geringeres elektromagnetisches Störfeld, haben aber den Nachteil, dass beim Einschalten kurzzeitig ein sehr hoher Strom über die Netzleitung fließt: der Einschaltstrom. Beim Betrieb mehrerer Geräte an der gleichen Phase kann das sogar zum Auslösen der Netzsicherung führen.
Abhilfe schaffen dabei sogenannte „Softstarts“ bzw. eine Einschaltstrombegrenzung.

Solid State
Definition:

Halbleiter (engl. Semiconductor) sind Bauelemente wie Dioden, Transistoren, integrierte Schaltkreise (ICs), die in der modernen Elektronik die Funktionen von Röhren übernommen haben. Sie benötigen weniger Energie, sind einfacher und umweltfreundlicher herzustellen, winzig klein und unterliegen in der Regel keinem nennenswerten Verschleiß.

Als die ersten Halbleiter für Instrumentalverstärker eingesetzt wurden, war das Klangergebnis weit von dem der klassischen Röhrenverstärker entfernt, weshalb Transistorverstärker etwas in Verruf gekommen sind.

Heute ist jedoch auch in Transistortechnik (Solid State-Technik) eine sehr authentische Reproduktion von Röhrensounds möglich. Teilweise werden auch beide Techniken gemischt (Hybridverstärker).

Sound Enhancements
Definition:

Accutronics ist ein Qualitätshersteller von Federhallsystemen und mitverantwortlich für die berühmten amerikanischen Reverbsounds.

Die Firma hat ihren Stammsitz in Cary, Illinois/USA und firmiert heute unter dem Namen „Sound Enhancements Inc.“

Speaker
Definition:

engl. für "Lautsprecher"

Speakon
Definition:

Speacon Buchse und Stecker
Speakon ist ein Herstellerstandard für (bei Bedarf auch verriegelbare) Lautsprechersteckverbindungen, der insbesondere im PA-Bereich zur Verwendung kommt.

Verfügbar sind Speakon-Steckverbinder zwei- und vierpolig in kompatibler Baugröße, sowie achtpolig in größerer Bauform. Speakon-Steckverbinder zeichnen sich im Vergleich zu XLR durch eine größere Kontaktfläche (kleinerer Übergangswiderstand) aus. Speakon-Steckerverbinder wurden von der Firma Neutrik etabliert.

Spill Over
Definition:

Der englische Ausdruck für "überlaufen", bzw. "herüberschwappen" beschreibt das Ausklingen eines Effektes nach dem Aktivieren des Bypass. So kann es z. B. in Einzelfällen gewünscht sein, dass z. B. die Wiederholungen eines Delay Effektes oder eines Reverb noch ausklingen können, wenn das Effektgerät ausgeschaltet wird. Vor dem Deaktivieren des Effektgerätes eingespielte Sequenzen klingen noch aus, alle später eingespielten Töne werden ohne Effekt reproduziert.

Ganz anders arbeitet ein Hardware Bypass ( True Bypass ). Hier wird das Signal beim Deaktivieren des Effektes komplett unterbrochen, wodurch die vorher angespielten Töne nicht mit allen Wiederholungen ausklingen können.

Spiralhall
Definition:

Bei vielen Gitarrenverstärkern wird der Hall mittels einer Hallfeder (Spring) erzeugt. Eine Spiralfeder wird über elektromagnetische Induktion an der Treiberseite in mechanische Schwingung versetzt. Diese Schwingung wird am anderen Ende der Feder mit einer zweiten Induktionsspule wieder in ein elektrisches Signal umgewandelt und dem Originalsignal zugemischt. Der Übertragungsweg in der Feder sorgt für die Zeitverzögerung des Signals.

In Verschaltung mit hochwertigen Treiberstufen und Aufholverstärkern für die Hallspirale ergibt sich ein besonders warm und natürlich klingender Hall, jenseits der sterilen Kälte vieler digitalen Hallsysteme.

Stack
Definition:

Das erste Stack (stack = engl. für Stapel) stammt bereits aus dem Jahr 1965!

Pete Townshend, Gitarrist der legendäre Rockband „The Who“ bekam mit dem JTM45/100 den ersten 100 Watt-Amp, den Marshall im November jenes Jahres entwickelt hatte. Zur damaligen Zeit waren Lautsprecher nur mit vergleichsweise kleiner Leistung belastbar waren, es mußten mehrere Speaker zusammengeschaltet werden, um dieser Belastung Stand zu halten. Für Pete Townshend wurden daher wunschgemäß 8x12“-Cabinets gebaut. Diese erwiesen sich als dermaßen unhandlich, dass Petes Roadies schließlich meuterten. Pete tauschte sie gegen jeweils zwei 4x12“-Cabinets aus, die übereinander gestellt wurden. Das war die Geburtsstunde des Marshall-Stacks, das heute von den Bühnen dieser Welt nicht mehr wegzudenken ist!

Schon bald schrägte Jim Marshall die 4x12“-Boxen leicht ab, damit sich ein weiterer Abstrahlwinkel ergab. Die abgeschrägten Boxen stehen bei einem Stack auf dem geraden Cabinet.

Dabei bezeichnet man zwei Boxen mit einem Topteil als „Fullstack“, ein Topteil mit einem einzelnen Cabinet als „Halfstack“.

Halfstacks können sowohl mit abgeschrägten Boxen für weiteren Abstrahlwinkel (auf der Bühne) als auch mit geraden Boxen für mehr Volumen (im Studio) aufgebaut werden.

Stageboard
Definition:

„Footswitch“ ist das englische Wort für Fußschalter. Solche werden bei Gitarrenverstärkern vor allem zur Kanalumschaltung sowie zum Aktivieren einzelner Effekte und Funktionen (z.B. Reverb) verwendet.

Auf einem Stageboard sind verschiedene Fußschalter und Taster zusammengefasst. Der „Footswitch“ kann auch für solch eine Anordnung stehen.

Standby
Definition:

Im Standby Modus bleibt die Röhrenheizung einer Röhrenendstufe aktiviert, während die Signalspannung (Anodenspannung) weggeschaltet wird.

Auf diese Weise bleibt das Gerät ohne "Vorheizen" sofort einsatzbereit, ohne dass Röhrenverschleiss auftritt - optimal für die Spielpause zwischen zwei Sets oder zum Verändern der Lautsprecher-Anschlusskonfiguration.

Stummschaltung
Definition:

Der englische Begriff „mute“ beschreibt die Stummschaltung eines Tonsignals. Diese kann z.B. mittels eines Schalters auf der Frontplatte eines Verstärkers erfolgen.

Zur lautlosen Durchführung interner Schaltvorgänge (Kanalumschaltungen an Amps) werden ebenfalls solche Stummschaltungen eingesetzt. Dabei können sogar kleine „Spielpausen“ entstehen. Diesen Umstand gilt es in der Spielweise zu berücksichtigen. Je nach Schaltungsdesign und Art des Schaltvorganges kann diese Stummschaltung aber auch so kurz sein, dass sie nicht bewußt wahrnehmbar ist.

Super Lead
Definition:

Die Bezeichnung "Super Lead" geht auf die ersten 100 Watt Marshalltopteile zurück. Diese wurden seinerzeit als "Super Lead" Modelle bezeichnet, womit klar wurde, dass sie (im Gegensatz zu den "Super Bass" Modellen) für Gitarre konstruiert wurden.

Damals unterscheiden sich Bass und Gitarrenverstärker vornehmlich durch eine leicht unterschiedliche Eingangssektion, weshalb heute auch gern einmal "Super Bass" Modelle mit einer E-Gitarre gespielt werden.

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