Lexikon

Röhren
Definition:

Eine Elektronenröhre ist ein elektronisches Bauelement, das aus einem evakuierten oder gasgefüllten Kolben (meist aus Glas) besteht, in den verschiedene Elektroden, mindestens aber eine Kathode und eine Anode eingelassen sind.

Charakteristisch für dieses Bauteil ist, dass die Stromleitung zwischen Kathode und Anode nicht in einem elektrischen Leiter erfolgt, sondern durch freie Elektronen oder Ionen.

Evakuierte Elektronenröhren dienen unter anderem zur Steuerung und Verstärkung in der Elektronik. Sie beruhen darauf, dass aus glühenden Stoffen (Glühkathoden) Elektronen in den freien Raum austreten. Die Elektronenemission kann im Vakuum zwischen der Glühkathode und der Anode einen Elektronenstrom unterhalten. Da eine solche Elektronenröhre mit zwei Elektroden den Elektronenstrom nur in einer Richtung durchlässt, kann sie als Gleichrichter verwendet werden.

Durch ein im Elektronenstrom liegendes Gitter lässt sich der Strom steuern, indem am Gitter verschiedene Spannungen angelegt werden, die den Elektronenfluss entweder hemmen oder verstärken. Darauf beruht die Verwendung der Elektronenröhre als Verstärker- oder Senderöhre. Je nach Verwendungszweck, Elektrodenanzahl und Röhrencharakteristik gibt es Hunderte von Röhrentypen.

Im engeren Sinne werden unter Röhren nur Hochvakuum-Röhren verstanden. Diese vollständig evakuierten Röhren waren bis zur Einführung des Transistors die einzigen schnellen, aktiven Bauelemente der Elektronik. Die meisten dieser Röhren sind heute bis auf Randbereiche von Transistoren und Dioden verdrängt worden.
Eine Ausnahme ist der Einsatz von Röhren in Gitarrenverstärkern und extrem teuren Hifi-Geräten.

Gerade wegen ihrer besonders geschätzten Übersteuerungseigenschaften werden auch heute noch weitgehend Elektronenröhren in E-Gitarrenverstärkern verbaut. Aber auch vielen Highend-Verstärkern im Hifi-Sektor, die mit Röhren ausgestattet sind, werden von trainierten Musikhörern überlegene Klangeigenschaften attestiert.

Der besondere Klang von Röhrenamps ergibt sich einerseits aus einem großen Anteil geradzahliger Oberwellen zusammen mit einer nennenswerten Intermodulation, andererseits spielt die Sättigungsmagnetisierung der Ausgangsübertrager eine Rolle. Dieses bei einsetzender Übersteuerung auftretende Soft-Clipping ist für viele namhafte Gitarristen regelrecht ein musikalisches Stilmittel. Dieser Sound ist untrennbar mit der Geschichte der Rockmusik verbunden, dem Sound in den frühen Jahren des amerikanischen Rock‘n‘Roll und des britischen Beat. Er wurde ausschließlich von röhrenbestückten Verstärkern geprägt.

Weitere Infos zu Röhren und Tipps zum Umgang mit Röhrenverstärkern sowie zum Röhrenwechsel findest Du in unseren FAQs.

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