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Hier sind die Antworten auf die meistgestellten Fragen zum Thema MARSHALL Service

Wenn Du diese einfachen Richtlinien befolgst, gehst Du sicher, daß Du lange Freude an Deinem MARSHALL hast...


Bitte wähle zunächst den gewünschten FAQ Themenkreis:

ALLGEMEINE FRAGEN

Wie erhöhe ich die Lebensdauer meines Verstärkers?


- Betreibe und lagere Deinen Amp niemals in feuchter oder staubiger Umgebung. Geräteschuppen, feuchte Keller, Gewächshäuser und unbeheizte Garagen sind ganz schlecht für eine hohe Lebensdauer!

- Lasse Röhrenverstärker auf Raumtemperatur abkühlen, bevor sie von der Bühne gestellt oder transportiert werden, denn betriebswarme Röhren sind besonders erschütterungsempfindlich.

- Benutze den Standby-Schalter (sofern vorhanden), wie in der Bedienungsanleitung beschrieben.

- Bevor Du andere Geräte mit Deinem Verstärker verbindest, solltest Du stets überprüfen, ob diese Komponenten auch auf diese Weise zusammen verwendet werden dürfen. Gehst Du mit einem zu hohen Pegel (z.B. einem Signal, welches eigentlich für eine Gitarrenbox bestimmt ist...) in einen Eingang (in unserem Beispiel den Input eines Verstärkers), so wird es unweigerlich zu einem Defekt an einem Gerät (noch wahrscheinlicher: an beiden Geräten!) kommen. Hörst Du ungewöhnliche Verzerrungen oder bleibt das Signal ganz aus, so höre sofort auf zu spielen und checke systematisch die korrekte Verbindung aller Komponenten.

- Sorge immer dafür, dass Dein Amp nicht umfallen kann oder über Gebühr erschüttert wird. Kalkuliere unbedingt einmal die Anschaffung eines Flightcases mit ein, wenn Du häufig mit Deinem Amp unterwegs bist.

- Sorge für eine Zugentlastung Deines Gitarrenkabels! Klinkenstecker kommen eigentlich aus der Fernmeldetechnik, sie sind daher eigentlich nicht für die hohe Belastung auf Bühnen konstruiert. Ein kleiner Knoten des Kabels um den Tragegriff des Amps schützt Dich davor, das Kabel versehentlich auszustecken. Zudem würde eine seitliche Belastung des Klinkensteckers vermutlich dazu führen, dass Schaltkontakte in der Klinkenbuchse des Verstärkers verbogen werden. Hüte Dich aber davor, Deinen Amp umzureissen...

- Nimm das Gerät vom Netz, wenn Du es lange Zeit nicht benutzt, denn Blitzschlag und Überspannungen im Netz können eventuell zu teuren Folgeschäden führen.

- Lass jegliche Eingriffe in Deinen Marshall, Reparaturen o.ä. nur von autorisiertem Servicepersonal vornehmen. Auch wenn Du Dich selbst gut auskennst: Nur weil jemand sich so anhört, als hätte er noch mehr Ahnung von Elektronik als Du selbst, muß das immer noch kein Fachmann sein. Dabei kannst Du Dir ruhig die entsprechenden Qualifikationen in Form von Diplomen, Zeugnissen oder sonstigen Ausbildungsnachweisen zeigen lassen - ein Profi hat mit solchen Nachfragen überhaupt kein Problem.


Wie schütze ich mich vor Brummen, Aussetzern, mulmigem Sound und Störgeräuschen?


- Benutze ausschließlich abgeschirmte Gitarrenkabel bester Qualität und überprüfe sie regelmäßig. Gute Signalkabel sind trittfest, sauber (teilweise auch mehrfach...) abgeschirmt, flexibel und filtern keine Höhen.

- Lautsprecherkabel brauchen besonders saubere Kontakte. Sie sind meist nicht abgeschirmt und haben eine große Querschnittsfläche.

- Halte alle Kabel so kurz wie möglich. Kurze Lautsprecherkabel kommen mit kleinerer Querschnittsfläche aus, lange Lautsprecherkabel benötigen eine Fläche von 2,5mm² oder mehr.

- Achte darauf, dass Kabel nicht abknicken können (z.B. durch "Drauftreten") und dass die Anschlussbuchsen der Geräte nicht seitlich belastet werden. Eine einfach Zugentlastung besteht in einem Knoten des Kabels um den Gerätegriff (sofern das Kabel dafür geeignet ist).

- Achte stets auf eine korrekte Phasenlage des Signals. Dies bedeutet, dass keine Auslöschungen durch sogenannte Phasendreher entstehen dürfen (Pluspol und Minuspol sind an einer Stelle des Signalweges vertauscht...). Phasendreher führen zu mulmigem, wenig durchsetzungsfähigem Sound. Typische Fehler, die zu Phasendrehern führen sind verpolte Anschlusskabel, z.B. von Lautsprecherboxen. Lasse im Zweifel einen Techniker die Phasenlage Deiner Signalwege mittels eines Meßgerätes überprüfen.

- Betreibe niemals mehrere Vorstufen hintereinander geschaltet! Die Folge sind mulmige Sounds, ekelhaft kratzige Verzerrung und oftmals auch Defekte an den Geräten. Eine Vielzahl von Multieffektgeräten haben eine eigene Vorstufe integriert - nämlich diejenigen, die auch eine integrierte Verzerrung anbieten. Diese Geräte sind sowohl für den Betrieb in einem Effektweg als auch für das Vorschalten vor einen Verstärker prinzipiell ungeeignet, da sie dabei die die Dynamik extrem negativ beeinflussen. Und daran ändern auch die Versprechungen der Hersteller nichts! Willst Du unbedingt solche Geräte zusammen mit Deinem Amp betreiben, so benutze besser einen geeigneten Looper. Aus diesem Grund sind übrigens (so unglaublich das auch klingen mag...) gerade reine Studioeffektgeräte (also solche ohne Verzerrung) für den Betrieb mit Verstärkern am besten geeignet.

- Vermeide bei der Verkabelung Brummschleifen. Ggfs. kann das Signal mit Übertragern (wie sie z.B. in trafosymmetrierten DI-Boxen eingesetzt werden) galvanisch getrennt werden.

- Alle Instrumente sollten sauber eingepegelt werden. Dazu gehört das Überprüfen der Eingangsempfindlichkeit und der Ausgangspegel einzelner Komponenten. Zu hohe Ausgangspegel führen bei nachgeschalteten Geräten zu unerwünschten Verzerrungen. Ist der Ausgangspegel eines Gerätes nicht groß genug, müssen beim nachgeschalteten Gerät (damit überhaupt etwas zu hören ist...) die Pegel beeinflussenden Regler so weit aufgezogen werden, dass es zu unangenehmen Rauschen kommen kann. Nur optimal ausgepegelte Komponenten können zusammen gut klingen.

- Weniger ist mehr! Jedes weitere Gerät in der Signalkette kann den Gesamtsound verschlechtern. So gibt es Effektgeräte, die sogar im Bypass den Sound negativ verändern. Jedes Gerät ist auch eine potentielle Fehlerquelle. Entferne daher von Zeit zu Zeit einmal gezielt Komponenten aus dem Signalweg, um zu prüfen, in welcher Weise sie sich auf den Gesamtsound auswirken. Das ist zudem ein gutes Verfahren zur Fehlersuche (Vergiss dabei aber nicht, dass die Ursache eines Fehlers trotzdem bei einem der in der Signalkette "unmittelbar benachbarten" Geräte liegen kann.). Überlege, auf welche Geräte in der Signalkette Du am ehesten verzichten könntest - wenn Dir eines einfällt, wirf es sofort 'raus...

- Gerade Röhrenverstärker sollten möglichst nie bei großer Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Auch auf hochwertigsten Röhrensockeln kann sich sonst eine Oxidschicht bilden, die zu Kontaktschwierigkeiten oder Übergangswiderständen führt. Die Folge ist lautes "Kruscheln" oder "Krachen", welches aus den Lautsprechern kommt... Bringe Dein gerät ggf. zu einem Techniker, der die Kontakte reinigt oder den Sockel austauscht.

- Mikrofonische Röhren, oder solche, die Rauschen produzieren, solltest Du von einem Servicetechniker tauschen lassen.


Was hat es mit den Impedanzen auf sich, die beim Boxenanschluß beachtet werden müssen?


Die "Impedanz" oder "Anschlußimpedanz" wird in unserem Kontext als Anpassungswert für verschiedene Komponenten einer Gitarrenanlage verwendet - die Hintergründe für diese Anpassung sind in der Regel sehr komplex. Fast immer wird aus Gründen der Vereinfachung dabei lediglich die ohmsche Last (genauer der Wirkwiderstand) betrachtet. Die Einheit für die Impedanz ist "Ohm".

Achte auf eine korrekte Wahl der Anschlußimpedanzen. Das gilt vor allem auch für den Anschluß von Boxen. Für den Anschluß an eine Halbleiter-Endstufe sind zu kleine Boxen-Impedanzen, für eine Röhrenendstufe vor allem zu große Boxenimpedanzen gefährlich.

Detaillierte Hinweise zum Thema Anschlussimpedanzen findest Du bei unseren Tipps & Tricks.


Welche Cabinets kann ich einsetzen?


Stelle immer sicher, daß die verwendeten Cabinets ausreichend belastbar sind und sie also die Ausgangsleistung Deines Amps auch vertragen. Beachte dabei auch, daß ein Amp "Peaks" liefern kann, die ein Vielfaches seiner angegebenen Ausgangsleistung betragen. Weiterhin ist natürlich die Anschlußimpedanz zu genauestens zu beachten.

Weitere Kriterien (wie Membranfläche Lautsprecherkombination, Gehäusegröße, Bespannstoff, etc.) sind eher Geschmackssache - diese wirken sich aber natürlich auch deutlich auf den Sound der Gitarrenanlage aus.

Sollte ein Cabinet durch Überlastung zerstört werden (ein Umstand, der sich meist durch ein verbrannte Schwingspule bemerkbar macht...), so ist zu prüfen ob:

1.) Die verwendete Endstufenleistung zu hoch war...

2.) Die verwendete Endstufe in Ordnung ist. Liegt an dieser z.B. durch einen Defekt ein Gleichspannungsanteil am Ausgang an, so wird in Folge jeder hier angeschlossene Lautsprecher früher oder später kaputt gehen.

3.) Die verwendete Endstufe verzerrte Sounds geliefert hat. Extreme Verzerrungen haben eine ähnliche Wirkung, wie ein Gleichspannungsanteil im Lautsprechersignal. Besondes die Hochtöner von PA-Cabinets sind bei Verzerrungen gefährdet.

Eine falsche Anschlußimpedanz kann (genau wie die Verwendung kaputter Lautsprecherkabel...) zu einem Defekt der Endstufe des Verstärkers führen.

Noch etwas zu Cabinets:

Ein sicherer Stand für Dein Topteil oder andere auf der Box gestellte Geräte sollte gewährleistet sein. Manche Topteile passen nicht auf die Boxen, die nicht explizit für das verwendete Topteil gemacht sind. Bei Vibrationen stehen die Füsse dann nicht sicher, und das Top "setzt sich in Bewegung". Abhilfe schafft hier ggf. eine dünne Gummimatte, die einfach zwischengelegt wird.


Was passiert beim Betrieb eines Verstärkers an abweichender Netzspannung?


Einer der wichtigsten Sicherheitshinweise in den Marshall Bedienungsanleitungen betrifft die Überprüfung der vorhandenen Netzspannung mit dem auf der Rückseite angegebenen Wert. Um Personenschäden und technische Schäden am Gerät auszuschließen, müssen diese zwingend übereinstimmen. Aufgrund der Tatsache, dass die bereitgestellten Netzspannungen in einigen Regionen geändert wurden (z.B. Deutschland: Im Jahr 1983 wurde von 220V auf 230V umgestellt) und da sich folglich ältere Geräte im Markt befinden, sowie aufgrund der teilweise regional abweichenden Netzspannungen, möchten wir an dieser Stelle dennoch einige Hinweise zu diesem Thema geben.

Es sollte dabei beachtet werden, dass die von den Energielieferanten bereitgestellten Netzspannungen durchaus in der Praxis Toleranzen aufweisen können, die den Betrieb von Geräten einschränken. Genau deshalb wird (z.B. bei vielen Festivals) das Stromnetz mit unabhängigen Generatoren bzw. mit Hilfe von "Power Conditionern" ggf. gepuffert.

Veränderungen bei Unterspannung - d.h. die vorhandene Netzspannung ist kleiner als die des angeschlossenen Gerätes...

Dies ist z.B. der Fall, weil ein Generator nicht genug Spannung liefert, das Netz überlastet ist oder wenn in der betreffenden Region die Netzspannung grundsätzlich nicht den für das Gerät nötigen Spannungswert aufweist. Bei Röhrenverstärkern führt dies in der Regel erst einmal zu einem veränderten Sound (da u.a. Anodenspannung der Röhren kleiner wird), zu weniger Gain - und bei zu großen Abweichungen fällt die Vorstufe komplett aus. Soweit Steuerelektronik integriert ist (z.B. für Kanalumschaltung, MIDI, Fußschalter etc.) ist diese ab einem Unterschreiten bestimmter Spannungswerte nicht mehr wirksam bzw. wird auf Reset-Werte zurückgesetzt. Da die Bias-Einstellungen nicht mehr stimmen, ist bei längerem Betrieb an Unterspannung zudem mit undefiniert klingenden Endstufenröhren und Übernahmeverzerrungen zu rechnen. Transistor- und Hybridverstärker neigen zu Störgeräuschen, Brummen etc.

Was passiert bei Überspannung - d.h. die vorhandene Netzspannung ist kleiner als die des angeschlossenen Gerätes?

Dies ist z.B. der Fall, wenn versucht wird, USA-Geräte in Europa zu betreiben, bei Blitzschlag, wenn alte 220V Modelle an 230V betrieben werden, oder wenn in der betreffenden Region die Netzspannung grundsätzlich einen für das Gerät zu hohen Spannungswert aufweist. Hinweis: Beim Anschließen von USA-Geräten am europäischen Stromnetz besteht Lebensgefahr! Der Betrieb solcher Geräte ist nach Umbaumaßnahmen (Tranformatortausch, Umverdrahtung, andere Sicherungswerte etc.) jedoch möglich. Vor dem Einsatz an Spannungswandlern sei ebenfalls gewarnt: Oftmals sind diese nicht für die benötigte Leistung ausgelegt und / oder es sind keine durchgehenden Schutzleiter integriert. Dies ist aus Sicherheitsgründen ggF. zwingend zu überprüfen. Werden alte 220V Vollröhrenverstärker (ohne Steuerelektronik) am 230V Netz betrieben, so ist dies in der Regel unproblematisch, allerdings machen die Amps dann einen anderen Sound (mehr Gain) und ihre Bias-Einstellung stimmt nicht mehr (größerer Verschleiß der Endstufenröhren). Letztere sollte deshalb unbedingt nachkorrigiert werden um Schaden an der Endstufe zu vermeiden.

Bei Verstärkern mit Steuerelektronik bzw. bei Transistor- und Hybridverstärkern sind ab einem (von der Bauart des Amps bestimmten...) Spannungswert technische Defekte an der Elektronik zu erwarten. Davon können nicht nur eine ganze Reihe von Halbleiterbauelementen, sondern vor allem auch der Netztrafo betroffen sein,

Für diese Angaben und daraus folgenden Versuchen, Geräte an ungeeigneter Netzspannung zu betreiben, übernehmen die Firmen Marshall Amplification PLC. und Musik Meyer keinerlei Haftung.


Wo kann ich mein Marshall Gerät reparieren lassen?


Bei Garantie- bzw. Gewährleistungsansprüchen:
Wenn Du dein Gerät erst kürzlich erworben hast, solltest Du Dich stets an den Händler wenden, der Dir das Gerät verkauft hat. Denn nur ihm ist es möglich, Garantie- und Gewährleistungsleistungen zu erbringen bzw. ggf. eine Kulanzreparatur zu machen. Wendest Du Dich stattdessen an eine andere Stelle, so wird man Dir dort selbstverständlich die Reparaturkosten und das Material voll berechnen.

Bei länderübergreifendem Kauf:
Solltest Du Dein Gerät in Deutschland gekauft haben, und im Ausland eine Garantieleistung einfordern wollen, so wird dies nicht leicht sein, denn Dein Händler muss für die Garantieleistung einstehen. Wende Dich an den Marshall-Vertrieb des jeweiligen Landes, sofern eine berechnete Reparatur für Dich in Frage kommt. Wichtig: Hast Du dagegen mit Wohnsitz in Deutschland Dein Gerät in einem anderen Land gekauft, so hast Du allein bei Deinem ausländischen Händler Garantie- bzw. Gewährleistungsansprüche!


Bei Geschäftsaufgabe des Händlers:
Sollte Dein Händler sein Geschäft noch während des Zeitraums der Garantie- bzw. Gewährleistung eingestellt haben, so wende Dich einfach an den Marshall-Vertrieb des jweiligen Landes. Ein Verzeichnis dieser Vertriebe fondest Du auf http://www.marshallamps.com.

Bei Reparaturen ohne Inanspruchnahme von Garantie- oder Gewährleistung (in Deutschland):
Am einfachsten ist es, wenn Du in diesem Fall einen unserer Marshall Service Center kontaktierst. Das sind Händler mit geschultem Servicepersonal oder Servicewerkstätten vor Ort, mit denen wir bisher nur gute Erfahrungen gemacht haben. Diese Service Center haben übrigens auch Zugang zu allen Marshall Serviceunterlagen.

Grundsätzlich raten wir:
Lasse Deinen Amp stets nur von qualifiziertem Servicepersonal reparieren. Vorsicht bei Angeboten zur "Modifikation" - davon sind nur wenige seriös, die meisten sind völlig überteuert.
Vorsicht vor Schaltplanangeboten im Web - diese entsprechen häufig nicht dem Original bzw. dem aktuellen Stand des Gerätes.

 

RöHRENTECHNIK

Wie kann ich Röhrenverschleiß minimieren?


Bei jedem Röhrenverstärker immer erst den NETZSCHALTER einschalten, bevor Du etwa 2 Minuten später STANDBY aktivierst. So erreichen die Röhren ihre optimale Betriebstemparatur, bevor sie belastet werden.


Was muß ich vor dem Transport eines Röhrenamps beachten?


Lasse einen "warmgespielten" Röhrenamp vor dem Transport erst vollständig abkühlen, da sonst die Erschütterungen zu Defekten in den Röhren führen könnten.


Was ist los, wenn mein Röhrenamp bratzelt?


Stelle beim Röhrenwechsel stets sicher, daß die "Steckfüße" der Röhren und die Röhrensockel gerade, sauber und keinesfalls oxydiert sind. Wenn die Röhre nicht perfekt in den Sockel passt, muß die Röhre oder der Sockel oder beides ausgetauscht werden.


Welche Röhren kann ich einsetzen?


Niemals die Typenbezeichnungen der Röhren verwechseln. Wenn Dein Amp im Original mit EL34 bestückt ist, solltest Du auch gegen EL34 tauschen. Werden 5881 oder 6L6 Endröhren verwendet, setze ebenfalls den entsprechenden Typ ein. Auch wenn die Röhren vielleicht in den gleichen Sockel passen (wie z.B. die in diesem Beispiel), so werden verschiedene Typen innerhalb des Amps anders verschaltet - man kann die Röhren also nicht einfach gegeneinander tauschen - von der Tatsache, dass jeglicher Tausch von Endstufenröhren ohnehin auch einen Biasabgleich erfordert einmal ganz abgesehen...

Marshall setzt Röhren verschiedener Hersteller ein und selektiert die verwendeten Röhren darüberhinaus in einem aufwändigen Verfahren nach einer Vielzahl weiterer Kriterien, wie z.B. Verstärkungsfaktor und Mikrofonieverhalten der einzelnen Systeme bei extremen Signalpegelverhältnissen. Somit gibt es für jeden Verstärker und jede Position im Schaltkreis den genau passenden Röhrentyp. Dein Händler hat eine Tabelle, nach der er die passende Röhre für alle aktuellen Modelle bestimmen kann - und auch für ältere Modelle kann er Dir die passenden Röhren besorgen.


Was muß ich beim Austausch von Endröhren beachten?


Beim Austausch von Endröhren sollte stets das komplette Endstufenmatch getauscht werden: Röhren des gleichen Fabrikates, die von ihren Kennliniendaten zueinander passen. Selbst wenn Kennliniendaten auf der Röhre angegeben sind (z.B. durch eine Farbkennung), ist dies kein ausreichender Anhaltspunkt, da diese Werte sich im Laufe der "Lebenszeit" einer Röhre verändern, und daher die alten doch nicht zu den neuen Röhren passen werden.

Ohne Einmessen (Biasabgleich und ggf. Brummabgleich) vom Fachmann dürfen Endröhren niemals ausgetauscht werden! Wird dies nicht beherzigt, so führt das zu schlechtem Sound, extremen Verschleisserscheinungen für die neuen Röhren und ggf. auch zu teuren Folgeschäden am Amp.

Das Röhren jeweils nur gegen den passenden Vergleichstyp getauscht werden dürfen, versteht sich wohl von selbst...

 

FRAGE ZU FEEDBACKS (RüCKKOPPLUNGEN)

Ich habe Probleme mit Rückkopplungen (Feedbacks) was kann ich tun?


Zuerst einmal solltest Du der Ursache der Rückkopplungen auf den Grund gehen - und dazu gibt es einen ganz einfachen Test:

1.) In dem Moment, wo eine Rückkopplung auftritt, dämpfst Du als erstes einmal die Saiten mit dem Handballen ab. Verschwindet die Rückopplung, so ist alles in Ordnung.
2.) Verschwindet das Feedback dadurch nicht, so drehst Du den Volumenregler deiner Gitarre komplett zu.
3.) Sollte das Feedback dadurch noch nicht eleminiert werden, so ziehst Du das Gitarrenkabel vom Verstärker ab.
4.) Wenn es dann immer noch koppelt, so kannst Du eventuell von einem Defekt an Deinem Verstärker (z.B. mikrofonische Röhre) ausgehen.

Zur Erläuterung:

Rückkopplungen treten vornehmlich bei der Verwendung von High Gain Kanälen oder weit aufgedrehtem Gain oder hohen Lautstärken auf. All diese Faktoren erhöhen grundsätzlich die Rückkopplungsneigung. Es gibt aber durchaus probate Mittel, unerwünschte Rückkopplungen in den Griff zu bekommen:

1.) Beim Abdämpfen der Saiten wird die Rückkopplung der Schallwellen auf die Saitenschwingung unterbunden. Die Rückkopplung besteht also in diesem Fall zwischen Saiten und dem Signal aus den Lautsprechern. Diese gern auch einmal als musikalisches Stilmittel eingesetzte Rückkopplung (Jimi Hendrix lässt grüssen) kann bei Bedarf durch andere Positionierung der Gitarre zu den Lautsprechern bzw. Absenken der Lautstärke minimiert werden.

2.) Wird der Volumenregler der Gitarre zugedreht und die Rückkopplung verschwindet dabei, so ist dies ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass die Ursache des Feedbacks bei der Gitarre oder dem Gitarrenkabel zu suchen ist!

Du könntest dann natürlich das Gain zurücknehmen oder einen Grundsound mit weniger Gain auswählen, oder die Lautstärke vermindern - aber viel sinnvoller ist es, der eigentlichen Ursache auf den Grund zu gehen! Die Rückkopplung entsteht in diesen Fall durch mechanische Schwingungen, welche die Drahtwicklung eines elektromagnetischen Tonabnehmers bzw. der ganze Tonabnehmer vollführt. Um dies zu minimieren, kann die Wicklung des Tonabnehmers zusätzlich vergossen werden. Auch kann es sinnvoll sein, unter den Tonabnehmern Schaumgummi zu platzieren, da die Federlagerung von Tonabnehmern oft unzureichend ist. Bei Humbuckern mit Metallkappe, kann die Rückkopplungsneigung oft durch Abnehmen dieser Kappe vermindert werden. Natürlich hilft es auch hier, mehr Abstand zu den Lautsprechern einzunehmen bzw. die Gitarre räumlich betrachtet in einen anderen Winkel zu den Lautsprechern zu bringen. Ganz lässt sich diese Form der Rückkopplungsneigung nicht eleminieren, doch erst wenn alle eben genannten Maßnahmen nicht greifen sollten, muss ggf. auf einen Grundsound mit weniger Gain zurückgegriffen oder die Lautstärke vermindert werden. Wer häufig extreme High Gain Sounds einsetzt ist es daher auch gewohnt, immer dann, wenn er nicht gerade spielt das Volumenpoti der Gitarre zuzudrehen.

3.) Richtig: Auch ein (qualitativ schlechtes...) Kabel kann Feedbacks verursachen! Dies wird durch eine zu lose Abschirmung des Kabels hervorgerufen, wodurch diese im Verhältnis zum Innenleiter schwingt. Solche Kabel erkännt man auch daran, dass sie "rascheln", wenn man den Amp aufgedreht hat und das Kabel bewegt. Abhilfe schafft hier nur ein Austausch und die Entsorgung des problematischen Kabels. Hinweis: Wird an der Gitarre das Volumenpoti zugedreht, so werden die beiden signalführenden Pole des Kabels quasi einseitig kurzgeschlossen, wodurch das Feedback ebenfalls vermindert wird. Daher ist der letzte Test (Abziehen des Kabels bei aufgedrehtem Gitarrenvolumen...) ganz wichtig, um das Kabel eindeutig als Fehlerursache auszuschliessen.

4.) Richtig gelesen: Wenn eine Rückkopplung erst einmal angefangen hat, so kann diese ggf. auch dann nicht einmal abbrechen, wenn gar kein Gitarrenkabel mehr am Amp angeschlossen ist. Gerade Röhrencombos sind (aufgrund des geringen Abstandes von Lautsprechern und Röhren...) recht empfindlich. Entferne in solch einem Fall erst einmal sämtliche Peripheriegeräte. Ist die Rückkopplungsneigung dann immer noch vorhanden, und Fall 1.), 2.) und 3.) ist ausgeschlossen, dann ist vermutlich eine mikrofonische Röhre die Fehlerursache. Lasse von einem Techniker ermitteln, um welche Röhre(n) es sich handelt, und diese austauschen. Auch andere mögliche Fehlerursachen kann dann nur noch ein Techniker aufspüren...

Hinweis: Ultra-High-Gain Sounds sind bei Röhrencombos systembedingt nur bis zu einer gewissen Lautstärke spielbar, da auch qualitativ hochwertigste Röhren immer noch eine natürliche Mikrofonie aufweisen. Wird auf ein Topteil mit Box zurückgegriffen, so sind die Röhren wesentlich besser von der Luftsäule der Lautsprecher entkoppelt.
 

FRAGEN ZU RAUSCHEN / NEBENGERäUSCHEN.

Ich habe Probleme mit Nebengeräuschen / Rauschen - was kann ich tun?


Zunächst einmal befreie Deinen Amp von jeglicher Geräteperipherie (Effektgeräte, Gitarre, Gitarrenkabel, Patchkabel etc.) um sicherzustellen, dass das Nebengeräusch, welches Du hörst auch von Deinem Verstärker, und nicht von der Peripherie kommt. Nur Verstärker und Box/Lautsprecher sind jetzt in Betrieb. Taucht das Rauschen auf, sobald Deine Gitarre angeschlossen ist, so überprüfe das Kabel und die Gitarre (Preamp in der Gitarre? Batterie alle? Kabel sauber abgeschirmt und frei von "Rascheln"?).


Rauschen:


Einige Verstärker, z.B. die der JVM Serie, zeichnen sich durch ein besonders hohes Verzerrungspotential aus. Sofern extreme High-Gain Sounds eingestellt sind, geht mit dem höheren Gainpegel auch ein höherer Rauschpegel einher, denn Gainpegel und Rauschpegel hängen technisch direkt voneinander ab. Für die Bewertung des technischen Zustandes eines Gerätes ist der Signal-Rauschabstand (bei einem bestimmten Verzerrungsgrad) entscheidend.

In der Regel ist es überhaupt kein Problem, den Rauschpegel mit der korrekten Einstellung des Amps und der Gitarre in den Griff zu bekommen, so dass auch die High Gain Sounds auf der Bühne und im Studio problemlos gespielt werden können.

Der häufigste Fehler bei der Einstellung von High Gain Amps ist es, den/die Masterregler zu weit zuzudrehen und stattdessen die Kanalvolumen zu weit aufzudrehen.

Bei dieser Einstellung ist der Signal-Rauschabstand besonders ungünstig - besser ist es also bei Sounds mit mehr Gain, das Mastervolumen generell weiter aufzuziehen, und die Kanalvolumen stattdessen allesamt etwas abzusenken.

Direktvergleiche mit anderen High-Gain Amps haben ergeben, dass z.B. Marshalls JVMs (eine korrekte Einstellung vorausgesetzt!) bei gleichem Verzerrungsgrad deutlich weniger rauschen. Dies verdanken sie einem einzigartigen Selektionsverfahren für die verwendeten Röhren. Solltest Du trotz korrekter Einstellung den Eindruck haben, der Signal-Rauschabstand (also das Verhältnis von Rauschpegel zum hörbaren Gitarrensound) Deines JVMs sei zu hoch (am besten mit einem anderen JVM vergleichen...), dann könnte auch eine defekte oder an falscher Position eingesetzte Vorstufenröhre dafür die Ursache sein. Wende Dich in diesem Fall zwecks Röhrentausch an Deinen Fachhändler oder eine Werkstatt, denn nur ein versierter Servicetechniker kann Deine Röhren so tauschen, dass auch extremste High-Gain Sounds problemlos machbar sind. Die Röhren der JVMs werden nämlich einem ausgeklügelten Selektionsverfahren unterworfen, welches nur bestimmte ECC83 Röhrentypen in bestimmten Positionen zulässt - ECC83 Röhren verschiedener Hersteller haben nun einmal unterschiedliche Kennlinien, die sich direkt auf das Rauschverhalten (und den Verzerrungsgrad...) auswirken.

Rascheln, Kruschpeln:

Hierfür liegt die Ursache meist in defekten oder qualitativ schlechten Kabeln. Entweder ist eine Lötstelle / Quetschverbindung an Deinem Kabel nicht richtig ausgeführt, oder das Material zwischen den Leitern ist nicht stabil genug, bzw. die Abschirmung ist nicht fest genug gewickelt oder geflochten.

Eine andere Möglichkeit sind die Röhrensockel von alten Verstärkern. Aufgrund der hier teilweise anliegenden hohen Spannungen (Anode) bzw. Stromstärken (Röhreneizung) sind Röhrensockel generell empfindlich gegenüber hoher Luftfeuchte und Oxidation. Oftmals ist mit einem Aus- und Einstecken der Röhren (Position nicht vertauschen) schon alles behoben, da die (teilweise sogar unsichtbaren) Oxidationspuren dabei schon beseitigt werden. GgF. kann in solche einem Fall ein Techniker die Sockel mit einem Glasfaserstift reinigen.

Mitschwingen, Resonanzen, Vibrationen:

Besonders schwer zu lokalisieren sind unerwünschte Resonanzen bzw. das Mitschwingen von losen Gegenständen / Teilen der Gitarre oder im Amp-Setup - ähnlich z.B. einem mitschwingender Snare-Teppich im Übungsraum. Diese Resonanzen treten meist nur bei bestimmten Noten bzw. Tonhöhen auf, manchmal in Form von sogenannten "Ghost Notes", also Tönen, die zwar nicht dem Grundton entsprechen, durch diesen aber zu Schwingung angeregt werden. Ursache dafür kann eine unsaubere Bundierung der Gitarre genau so sein, wie abgestellte Gegenstände, defekte Lautsprecher, mitschwingende Gitter oder Frontbespannungen von Geräten, lose Schrauben etc...

Hier hilft es nur, möglichst systematisch einzugrenzen, an welcher Stelle die Saiten, die Schallwelle oder die natürliche Vibration deiner Box das Mitschwingen eines unerwünschten Teils verursacht. Erst einmal solltest Du für Ruhe sorgen und durch hinhören den Bereich eingrenzen, aus dem das Geräusch kommt. Kläre ab, ob es vom Lautsprecher übertragen wird oder nicht. Tausche dann systematisch einzelne Teile des Setups probehalber aus, entferne Gegenstände von deinem Cabinet bzw. aus seinem Schallkegel, um das Problem zu lokalisieren. Gefunden hat man die Ursache leider meist erst dann, wenn durch Lokalisieren des Gegenstands oder festhalten des losen Teils die Vibration behoben ist.

 

FRAGEN ZU AKUSTIKVERSTäRKERN

Warum kann ich nicht einfach einen normalen E-Gitarrenverstärker für meine Akustikgitarre verwenden?


Obwohl von einigen Usern in der Praxis schon oft einmal E-Gitarrenverstärker für die Akustikgitarre benutzt werden, möchten wir deutlich davon abraten, dies zu tun!

Dafür gibt es mehrere Gründe:

1.) Die Eingangssektion eines professionellen Acoustic Amps kann eine extrem große Bandbreite von Signalpegeln verarbeiten. So werden z.B. passive Piezotonabnehmer selbst ohne Aktivelektronik von ihnen locker verarbeitet, während der Pegel dieser Tonabnehmer für einen E-Gitarrenverstärker einfach zu klein ist. Noch wichtiger ist jedoch der umgekehrte Fall: Ist eine Akustikgitarre mit einer Aktivelektronik ausgerüstet, so kann ihr Ausgangspegel so hoch sein, dass unerwünschte Verzerrungen am Verstärker auftreten. Dabei können schlimmstenfalls die hohen Ausgangspegel mancher interner Akustikgitarren-Preamps bei einige E-Gitarren Verstärkern sogar zur Zerstörung der Eingangsstufe des Verstärkers führen! Auch wenn dies vielleicht Ausnahmefälle sind - die dabei entstehenden Kosten übersteigen die Mehr-Investition für einen Akustikamp bei weitem...

2.) Akustikinstrumente neigen deutlich stärker zu Feedbacks als E-Gitarren. Daher sind professionelle Akustikverstärker, wie z.B. der Marshall AS50R oder AS100D mit speziellen Tools ( Notchfilter, Phase-Shift ) ausgestattet, welche helfen, derartige Feedbacks zu vermeiden. E-Gitarrenamps betonen nun aber einmal mit ihrem Grundsoundcharakter gerade diese Feedback-Frequenzen. Treten beim Anschluss einer Akustikgitarre an einem E-Gitarrenverstärker solche Feedbacks (z.B. in der Resonnanzfrequenz der Akustikgitarren-Decke...) auf, so kann dies zu Beschädigungen der Endstufe oder des Lautsprechers des verwendeten Verstärkers führen.

3.) Bei vorsichtig eingestellter Lautstärke an Akustikgitarre am leise eingestellten E-Gitarrenverstärker ist zwar das Gitarrensignal hörbar - es wird aber nie der natürlich Klang des Akustikinstrumentes zu hören sein. Marshalls Acoustic Soloist Amps übertragen das Signal dank ihres Schaltungsaufbaus, der speziellen Basslautsprecher und Hochtöner ähnlich linear, wie eine Hi-Fi Stereoanlage - dadurch werden Feedbacks vermieden und das Instrument so wiedergegeben, wie man es hören möchte. Ein E-Gitarrenverstärker gibt dagegen nicht annähernd die Bass- und Hochtonbereiche wieder, welche den ganz eigenen Charakter akustischer Instrumente ausmachen.

Hinweis: Eine kleine Ausnahme bilden die Marshall AVT-Modelle mit "Acoustic Simulator" Schaltkreis. Diese Schaltung optimiert den Frequenzgang des Gerätes für akustische Instrumente - weshalb inzwischen einige findige Gitarristen diese Geräte problemlos mit ihrer Akustikgitarre verwenden. Sie profitieren dabei von der lineareren Wiedergabe des Acoustic Simulators (und der damit verbundenen Verminderung von Rückkopplungen).

Der Simulationsmodus ist allerdings ursprünglich dafür gedacht, den Klang einer E-Gitarre so umzuwandeln, dass sie den typischen Charakter einer Akustikgitarre erhält - z.B. um während eines Gigs für die Balladen nicht die Gitarre wechseln zu müssen. Einen Acousticverstärker mit Notchfilter, Phase Shift und optimierter Eingangssektion kann und will Marshall mit einer solcher Schaltung nicht ersetzen. Aus den unter 1.) und 2.) angegebenen Gründen ist eine solche Anwendung den Profis vorbehalten, die sich genau mit den Ausgangspegeln ihrer Instrumente und der optimalen Bühnenpositionierung der Gitarre zum Monitoring auskennen...


Ich möchte anfangen, E-Bass zu spielen. Kann ich einen Bass über meinen Akustikverstärker laufen lassen, ohne diesen zu beschädigen? Ich kann mir schon vorstellen, dass ein Bass über einen Akustikgitarrenverstärker nicht gut klingt - aber das Geld muss ja erstmal nachwachsen...

Leider können wir diese Frage nicht uneingeschränkt mit "ja" beantworten, denn es kommt darauf an, wo und wie der Amp benutzt wird:

Wenn es nur um das Üben zu Hause geht - und das in moderater Lautstärke - kann mit absoluter Sicherheit nichts passieren. Wird dagegen der Akustikamp bei dieser Anwendung häufig wieder sehr weit aufgedreht (z.B. für Ü-Raum bzw. Bühneneinsatz), so ist mit einem schnellen Verschleiß der Speaker zu rechnen. Hintergrund: Bei guten Akustikverstärkern wie dem AS50D sind die Lautsprecher für ein möglichst natürliches Klangbild akustischer Instrumente sehr "weich aufgehängt", d.h. ihre Sicke ist extrem flexibel. Daher klingen sie bei richtiger Einstellung der Klangregelung auch für E-Bässe verblüffend gut. Allerdings kann bei übermäßiger Auslenkung und ungünstigen Umweltbedingungen (hohe Luftfeuchte, wechselnde Temperaturen) solch ein Speaker schneller verschleißen, als der eines "richtigen" Bassamps. Die hohe Auslenkung kann man meist gut hören, da das Klangbild wegen der dann auftretenden Partialschwingungen im gleichen Zuge undifferenziert und "brüllig" wird. Folglich hört man, wenn die Speaker zu sehr gefordert werden, und kann die Lautstärke zurücknehmen. Es sollte bei der Verwendung eines E-Basses Verzerrungen und ein Betrieb unter Vollast vermieden werden - auftretende Verzerrungen könnten nämlich im Extremfall den Hochtöner des Acousticamps überlasten. Bei Akustikbässen wird in der Regel der Naturklang bevorzugt - daher sind für diese unsere Acousticcombos die perfekten Partner.

Auf lange Sicht würden wir daher die Anschaffung eines Basscombos empfehlen.

Ich singe über einen Marshall Akusticverstärker. Ich habe ein Lied, bei dem ich das Mikrophon zuhalte und durch den verbleibenden kleinen Spalt singe. Das klingt sehr verzerrt - ist auch so gewollt. Schade ich damit dem Verstärker?

Nein. Grundsätzlich könne starke Verzerrungen durchaus einmal einen Hochtöner "abschiessen", da das "Rechtecksignal" ähnlich wie eine Gleichspannung zu Überlastung führen könnte. Allerdings betrifft dies in erster Linie eine echte Übersteuerung des Signals.

Bei dem erwähnten Mikrofoneinsatz sind dagegen in erster Linie die Verwirbelungen des Luftstromes für die Veränderung des Klangbildes verantwortlich - und keine pegelabhängige Übersteuerung. Von daher würden wir sagen: Kein Problem. Wir möchten für diese Technik allerdings in jedem Fall die Verwendung eines dynamischen Mikrofons (also mit klassischer Spule und Membran - und kein Kondensatormikro...) empfehlen.
 

FRAGEN ZU DEN JVM VERSTäRKERN

Welches JVM Modell passt am besten zu meinen Anforderungen?


Alle JVM Modelle sind extrem vielseitige Verstärker, die so aufgebaut sind, dass sie sämtliche gängige Stilistiken bedienen. Daher macht man mit dem Kauf eines JVMs auch dann keinen Fehler, wenn man sich einmal stilistisch in eine andere Richtung entwickeln sollte. Um herauszufinden, welches Modell die richtige Wahl ist, sollte man also einmal die folgenden Themen erörtern:

Wer sich von der Vielzahl der Bedienelemente nicht abschrecken lässt, wird in den Vierkanalern der Serie selbstverständlich stets das vielseitigere Modell finden - schließlich stehen ihm damit immerhin ganze zwölf Grundsounds und vier Kanäle mit jeweils eigener Klangregelung und Lautstärkeabstimmung zur Verfügung. Will man also viele Sounds exakt gestalten und nebeneinander in einer bestimmten Lautstärke abrufen, so ist man hier bestens bedient. Gerade, wer viele verschiedene Crunchsounds nutzen möchte, kommt mit den Vierkanalmodellen besser klar, da ihm bei diesen eine wesentlich größere Bandbreite an weich angezerrten Sounds zur Verfügung steht.

Doch es gibt nun einmal auch Anwender, die eine solche Fülle an Regelmöglichkeiten nicht benötigen. Für diese sind die Zweikanaler (also alle JVMs deren Modellnummer "JVM2xxx" lautet) optimal - und immer noch extrem vielseitig, was die Grundsoundbandbreite angeht. Ihr cleanster Sound entspricht dem saubersten Grundsound des Vierkanalers - und desen brutalster Metalsound ist beim Zweikanaler ebenfalls am Start. Zur Lautstärkeabstimmung stehen dabei ja immerhin noch die beiden Masterregler zur Verfügung - und welcher von ihnen gerade wirkt ist ja automatisch für jeden einzelnen der sechs Grundsounds gespeichert...

Ein weiteres Entscheidungskriterium könnte die Ausgangsleistung sein: Wer ultracleane Sounds in extrem hoher Lautstärke möchte, greift eher zu den 100 Watt Topteilmodellen - am besten mit schalldruckstarken Cabinets. 50 Watt Verstärker hingegen ermöglichen das Ausreizen der Endstufe (und damit zusätliche Verzerrung & Sättigung...) bereits bei etwas kleinerer Lautstärke - schalldruckschwächere Boxen (wie z.B. alle mit Greenbacks bestückten Modelle...) sind dann die erste Wahl für diese Präferenz.

Wenn brachialer High-Gain im Vordergrund steht, schließen sich Combomodelle zwar nicht aus - doch High Gain Sounds sind systembedingt bei Combos (wegen deren größerer Neigung zu Feedbacks...) nur bis zu bestimmten Lautstärkepegeln machbar - soll es darüber hinaus gehen, so ist ein Topteil mit Boxen (wegen der besseren mechanischen Abkopplung der Röhren von den Lautsprechern...) vorzuziehen.

Die Combomodelle sind natürlich für alle User interessant, die einfach nur ein Teil tragen möchten, oder einfach nicht genug Platz für ein Stack oder Halfstack haben. Auch ist der klassische Combosound für viele Combo-Fans ein Argument.

Ein weiteres Kriterium könnte die Membranfläche sein: Eine große (gesamte) Membranfläche der Speaker zahlt sich nicht nur auf der Bühne, sondern gerade auch bei kleinen Lautstärken aus. Wer dagegen als vielbeschäftigter Livemusiker schon einen Bandscheibenvorfall hatte und niemanden kennt, der ihm beim Tragen hilft, ist mit dem JVM215C (1x 12" Combo) in jedem Fall besser bedient...

Wir sind sicher, dass das Überdenken dieser Kriterien hilft, eine Kaufentscheidung etwas bewusster zu treffen. In jedem Fall viel Spaß mit den JVMs.


Die drei Modes der JVM Verstärker erhöhen ja innerhalb eines Kanals das Gain - kann ich die gleiche Soundänderung nicht auch durch Aufdrehen des Gainreglers herbeiführen?


Nein. Die Frage liegt zwar auf der Hand, zeigt aber, dass der/die Fragesteller/in den JVM noch nicht ausgiebig getestet hat - aber nichts spricht dagegen, dies einfach einmal nachzuholen! Es ist natürlich richtig, dass die drei Modes ein unterschiedliches Gainpotential bieten. Doch dieses wird nicht etwa durch eine Änderung der Gaineinstellung erreicht, sondern mit zusätzlichen Röhrenstufen, welche mittels Relais in den Signalweg des Verstärkers zugeschaltet werden. Die Grundsounds der drei Modes unterscheiden sich daher deutlich in ihrem Kompressionsverhalten, und durch die Art und Weise, in der das Signal übersteuert wird - keinesfalls aber nur durch das Gainpotential allein.

Auf feste Klangfilter (sogenannte Shapings, wie sie in sogenannten "Modeling Amps" üblich sind...) für die einzelnen Modes wurde bewusst verzichtet, da diese für den jeweiligen Modus eine Einschränkung des Soundpotentials und zudem Dynamikverluste zur Folge hätten. Es macht nämlich viel mehr Sinn, die Klangregelung der Kanäle gezielt zur individuellen Soundgestaltung einzusetzen. Das einfache (und individuell programmierbare...) Zugreifen auf die verschiedenen Modes bietet enorm viele Möglichkeiten, die man meist erst dann erkennt, wenn man den Amp einmal mehrere Tage in Betrieb hat.

Wer drastische Unterschiede für seine Grundsounds bevorzugt, der sollte also den Zugriff auf seine Sounds so programmieren, dass er die vier separaten Klangregelungen zur Erfüllung seiner Klangvorstellungen optimal ausnutzt. So kann es z.B. auch sinnvoll sein, einen nur moderat verzerrten Rhytmussound im vierten Kanal und einen High Gain Metal Leadsound im dritten Kanal zu gestalten, weil dies gerade mit der gewählten Einstellung der Klangregelung besser passt. Wem dies alles nicht reicht, um ganz bestimmte Grundsoundnuancen zu reproduzieren, der kann auch ein externes Effektgerät einsetzen, welches speicherbare EQ-Funktionen bietet. Es lohnt sich aber, den JVM erst einmal genau kennen zu lernen, da sich ein externer EQ damit in der Regel ohnehin erübrigt...


Kann ich den sechsfach Fußschalter der JVM4xxx Modelle auch für ein JVM2xxx Modell einsetzen und umgekehrt?


Ja - der sechfach Fußschalter der JVM4xxx Modelle kann auch für die Zweikanaler verwendet werden. Sowohl der Switch Store Modus als auch der Programm Store Modus funktionieren ganz nach Belieben, sollten aber neu programmiert werden. Dabei ist die Anzeige für die Kanalwahl natürlich auf das Vierkanalmodell optimiert und steht damit nur noch eingeschränkt zur Verfügung.

Genauso lässt sich der Vierfach-Fußschalter der Zweikanaler auch einmal für den Vierkanaler einsetzen - aufgrund der Tatsache, dass der Vierkanaler so viele Schaltfunktionen aufweist, würden wir als Ersatzteil jedoch eher den Sechsfachfußschalter empfehlen.

Der JVM Sechsfach-Fußschalter hat in Deutschland die Modellnummer MR-PEDL00044, der Vierfach Fußschalter die Nummer MR-PEDL00045.


Was für ein Kabel kann ich für die JVM Fußschalter verwenden?


Es funktioniert prinzipiell jeden beliebige Klinke/Klinke Kabel (6,3mm), welches polrichtig verdrahtet ist. Das Kabel muss nicht abgeschirmt sein und darf auch sehr lang ausfallen, allerdings sollten viele Verlängerungen vermieden werden, da diese häufig Kontaktschwierigkeiten zur Folge haben können.

Auch eine kleinere Querschnittsfläche ist in Ordnung (z.B. 0,75mm²) - wichtig ist jedoch, dass das Kabel trittfest ist und die Stecker von guter Qualität.

Das beiliegende Kabel erfüllt natürlich all diese Kriterien - bitte beachte aber, dass es nicht zum Anschluss der Gitarre an den Amp geeignet ist, da es nicht abgeschirmt ist.


Wie programmiere ich die Schaltfunktionen der JVM Verstärker zur Ansteuerung via MIDI?


Die Ansteuerung via MIDI erfolgt mittels Programmwechselbefehlen ("MIDI Program Change Data"), welche vom Steuergerät gesendet werden. Ein geeignetes Steuergerät ist in z.B. eine sogenannte MIDI-Fußleiste. Zum Abrufen (und zur Programmierung...) solltest Du erst einmal herausfinden, wie Du vom Steuergerät Programmwechselbefehle abschicken lässt. Dann stellst Du die MIDI Verbindung zwischen dem MIDI-OUT des Steuergerätes und der MIDI-IN Buchse des JVMs her. Bei Bedarf können natürlich die Schaltbefehle über MIDI THRU noch an weitere Geräte "durchgereicht" werden...

Um einem Programmwechselbefehl eine bereits eingestellte Schaltkonfiguration des JVMs (als Preset...) zuzuordnen, braucht lediglich der gewünschte Programmwechselbefehl gesendet zu werden, während die rote LED an der "Footswitch / MIDI Program" Taste blinkt.

Mehrere Presets können dabei auch direkt hintereinander programmiert werden, so dass allen 128 möglichen Programmwechseln innerhalb kürzester Zeit die gewünschten Schaltkonfigurationen des Amps zugewiesen werden können. Dabei erfolgt die Programmierung in den folgenden Schritten:

- Drücke die "Footswitch / MIDI Program" Taste so lange, bis die rote LED blinkt.
- Stelle am Amp die gewünschte Schaltkonfiguration für das Preset her.
- Sende den Programmwechselbefehl, der dem Preset zugeordnet werden soll. >>> Damit ist dieses Preset zugeordnet.

- Stelle am Amp die nächste Schaltkonfiguration für das nächste Preset her.
- Sende den Programmwechselbefehl, der diesem Preset zugeordnet werden soll. >>> Damit ist dieses Preset zugeordnet.

- Stelle am Amp die dritte Schaltkonfiguration für das dritte Preset her.
- Sende den Programmwechselbefehl, der dem dritten Preset zugeordnet werden soll. >>> Damit ist auch das dritte Preset zugeordnet.

- ... usw., usw. - bis alle gewünschten Presets des Amps zu den "Program Changes" abgespeichert sind.

GANZ WICHTIG: Vergesse nach dem Programmieren nicht, die "Footswitch / MIDI Program" Taste so lange zu drücken, bis ihre LED ausgeschaltet ist, denn sonst programmierst Du bei jedem Senden eines neuen Programmwechselbefehls versehentlich ständig weiter...


Wie programmiere ich die Fußschaltfunktionen eines JVM Verstärkers?


Die Funktionen dieses Fußschalters können mit Hilfe des Verstärkers beliebig programmiert werden. Dazu wird der Verstärker in den "Footswitch Program Mode" gebracht (LED am Frontplattenschalter leuchtet).

Wird nun der zu programmierende Taster länger als 3 Sekunden gedrückt, so wird die gerade aktuelle Schaltrelaiskonfiguration des Amps diesem Taster zugeordnet. (Preset Store Mode) So werden der aktive Grundsound, die Kanalwahl und Aktivierung des parallelen Effektweges, des Reverbs sowie die Auswahl des Mastervolumens gleichzeitig gesteuert.

Stattdessen kann zum Programmieren auch innerhalb der ersten drei Sekunden nach dem Drücken des Tasters ein beliebiger Frontplattenschalter am Amp gedrückt werden. In diesem Fall wird die entsprechende Schaltfunktion der Frontplatte auf den Fußtaster kopiert (Switch Store Mode).

Nach dem Programmieren bitte nicht vergessen, den Footswitch Program Mode wieder zu verlassen (LED am Schalter ist aus).


HINWEIS 1: Selbstverständlich kannst Du auf einem JVM Fußboard jedem beliebigen Schalter eine beliebige Funktion zuweisen - somit kann bei Bedarf ein Teil der Fußschalter komplette Presets abrufen, während der verbleibende Teil der Fußschalter einzelne Schaltfunktionen der Frontplatte des Amps übernimmt.

Beispielsweise könntest Du für den 6-Fach Fußschalter der JVM Vierkanaler fünf Presets anlegen, während der sechste Schalter zwischen zwei verschiedenen Masterlautstärken wählt.

HINWEIS 2: Wenn die LED der "Footswitch / MIDI Program" Taste blinkt, bedeutet das lediglich, dass der Amp gerade für die MIDI-Programmierung bereit ist - also Programmwechselbefehle von anderen Geräten erwartet.

 

FRAGEN ZU EFFEKTPEDALEN UND KLEINGERäTEN

Wenn ich an meinem Effektpedal gleichzeitig Batterien und einen Spannungsverteiler verwende, scheinen sich die verwendeten Batterien schneller zu entleeren. Kann das sein?


Das ist richtig, da über den Spannungsverteiler alle in den Geräten eingesetzten Batterien parallel geschaltet werden. Die am meisten entladene Batterien "saugt" dabei also die anderen Batterien leer.

Spannungsverteiler sind für die Versorgung mehrer Geräte über ein separates Netzteil gedacht. Wenn diese eingesetzt werden, sollten daher in der Regel keine Batterien in die Effektpedale eingesetzt werden. Mit einer Ausnahme - die von Marshall verwendete Schaltung hat nämlich einen entscheidenden Vorteil: Für den Fall, dass bei einem Effektpedal einmal die Batterie ausfällt, kann dieses (auch ohne Netzteil...) allein über den Spannungsverteiler von einem anderen Marshall Effektpedal aus mit dessen Batteriespannung mitversorgt werden. Selbstverständlich erhöht sich dadurch auch der Stromverbrauch an der verbliebenen Batterie, so dass dies nicht als Dauerlösung betrachtet werden sollte...


Mein Effektpedal verändert während dem Betrieb das Klangbild, es brummt, der Effekt verschwindet bzw. es kommt kein Signal mehr. Die LED am Effektgerät zeigt aber an, dass der Effekt eingeschaltet ist. Was kann das sein?


Dieses Verhalten ist typisch für eine nicht ausreichende Spannungsversorgung. Gerade digitale Pedale verbrauchen sehr viel Strom - da kann eine Batterie minderer Qualität recht schnell leer sein. Verwende also besser ein (stabilisiertes) Netzteil für das Effektpedal. Die LED leuchtet auch bei schwacher Batterie, da sie nur extrem wenig Strom verbraucht.

Treten Brummgeräusche auf, so sind diese meist ebenfalls auf Fehler in der Spannungsversorgung zurückzuführen. Wird ein Netzteil verwendet, so sollte dieses elektronisch stabilisiert sein. Das Netzteil muss zudem in der Lage sein, für alle verwendeten Effektgeräte die ausreichende Stromstärke bereit zu stellen.


Was für ein Steckernetzteil kann ich verwenden?


Um Folgeschäden zu vermeiden sollten grundsätzlich nur Geräte mit Steckernetzteil verwendet werden, die auch dafür ausgelegt sind. Dabei sind folgende Anforderungen an das verwendete Steckernetzteil zu stellen:

1. Die Netzspannung muß mit der auf dem Netzteil angegebenen Spannung übereinstimmen (in Europa 230V) und der Stecker muß natürlich für das Gerät (meist DC Hohlstecker) und den Netzanschluss passen.

2. Die Sekundärspannung des Steckernetzteils muß exakt die Spannung liefern, die das Gerät benötigt - also Spannungsangabe (AC oder DC inklusive Spannungswert) und Polung. Die meisten Kleingeräte für Gitarristen arbeiten mit 9V Gleichspannung und aussen liegendem Pluspol.

3. Das Steckernetzteil muss mindestens die Stromstärke liefern, welche alle angeschlossenen Geräte zusammen verbrauchen. Beim Betrieb von z.B. zwei Kleingeräten, die jeweils 150mA Strom benötigen, wäre ein 200mA Netzteil unterdimensioniert und könnte folglich kaputt gehen. Wird für die gleichen Geräte jedoch ein 400mA Netzteil oder eines mit höherer Stromstärke verwendet, so ist dies unproblematisch.

4. Bei der elektronischen Stabilisierung wird die bei einfachen Netzteilen vorhandene Restwelligkeit (also "Reste" der ursprünglichen Wechselspannung, welche sich zur gleichgerichteten Spannung addieren...) weggefiltert, womit das Störsignal (50Hz.-Brummen) eleminiert wird. Werden Klangsignale verarbeitet, so ist deshalb ein elektronisch stabilisiertes Netzteil vorzuziehen, selbst wenn vielleicht nur ein Gerät mit interner Stabilisierung angeschlossen wird, für welches die Restwelligkeit kein Problem ist. Schließlich werden vielleicht später mittels eines Adapterkabels noch weitere Kleingeräte am gleichen Netzteil betrieben - so dieses dafür ausgelegt ist.

5. Schaltnetzteile, welche ohne Transformator auskommen (erkennbar am geringen Gewicht und an vergleichsweise kleiner Baugröße mit hoher Stromstärke) können in Einzelfällen Einstreuungen bewirken, die von Tonabnehmern aufgefangen und übertragen werden. Dies ist im Einzelfall zu testen.

 

FRAGEN ZU BASSVERSTäRKERN

Warum leuchtet bei einigen Modellen der MB-Serie die Funktionsanzeige des Kompressors auch dann, wenn der Classic Kanal aktiv ist, obwohl der Kompressor ja ausschließlich im Modern Kanal wirkt?


Auf diese Weise wird sichergestellt, dass beim Umschalten auf den Modern Kanal der Kompressor auch nur dann aktiv ist, wenn man das auch wünscht. Denn die Funktionsanzeige ermöglicht auf diese Weise ein gezieltes Anwählen der Kompressorfunktion - und das sogar, während der Amp sich noch im Classic Kanal befindet.

 

MODIFIKATION VON DSL TOPTEILEN

Warum kann ich beim DSL100 / DSL50 nur den Kanalwahlschalter per Fuß schalten? Könnte man nicht auch den Crunch / Lead bzw. die Lead1 / Lead2 Schalter fußschaltbar machen?


Die "Dual Super Leads" sind als konsequent zweikanalige Verstärker entwickelt - und dies gilt vor allem für die Signalbearbeitung, die ohne Halbleiter im Signalweg absolut reinrassigen Röhrensound garantiert. Die DSLs sind extrem vielseitige Amps, die dennoch Übersichtlichkeit in der Bedienung garantieren - per Fußschalter bieten sie jeweils zwei Sounds zur Auswahl, was für die meisten Songs ausreichend sein sollte, zumal natürlich mittels des Volumenpotis an der Gitarre die Verzerrung stufenlos geregelt werden kann...

Würde man versuchen, die Amps so zu modifizieren, dass diese Funktionen fußschaltbar werden (also aus dem Zweikanaler einen Vierkanaler zu machen), so wäre dies natürlich extrem aufwändig und teuer - vor allem wären die zusätzliche Schaltfunktionen in der Praxis kaum einsetzbar, da die Lautstärke der verschiedenen Sounds nicht angeglichen werden könnte.

Folglich hat Marshall für alle Anwender, denen ein bequemes Umschalten zwischen verschiedenen Sounds wichtig ist, parallel zu den DSLs die TSLs (Triple Super Lead Serie) entwickelt. Bei diesen lassen sich dann auch die Lautstärken der schaltbaren Kanäle aufeinander angleichen - die Anzahl der Bedienelemente auf der Frontplatte erhöht sich dadurch natürlich merklich...

 

FRAGEN ZUR "DEEP" SCHALTUNG

Mein Verstärker hat eine "Deep" Funktion integriert. Was soll das - ich höre kaum etwas davon?


Die "Deep" Funktion ist eine spezielle Klangfilterung, welche in der sogenannten Gegenkopplung der Endstufe arbeitet - also in dem Bereich, der die Wechselwirkung zwischen Verstärker und Lautsprecher bestimmt.

Folglich ist das, was man hier hören kann, in starkem Maße vom verwendeten Lautsprecher, bzw. der angeschlossenen Box, und auch der Lautstärke abhängig. Generell gilt: Je größer die Membranfläche der Speaker und das Boxenvolumen ist, desto mehr wird von der "Deep" Funktion hörbar. Bei kleinerer Membranfläche wird durch das Aktivieren von "Deep" aber auch eine größere "vorgegaukelt". Daher nutzen viele Anwender die Deep-Schaltung vor allem dazu, bei kleineren Lautstärken einen "fetteren" Sound zu bekommen...

 

FRAGEN ZU SCHALTBAREN EFFEKTWEGEN

Wenn ich in meinem Effektweg ein Delay ( z.B. Marshall ED1 ) mit großer Delayzeit und Wiederholungsrate betreibe, so wird das Ausklingen des Effektes abgeschnitten, sobald ich den Loop deaktiviere. Es fehlt also das "Spill Over". Und: Spiele ich vor dem Aktivieren des Effektes einen Ton, der beim Anschalten des Loops noch ausklingt, dann höre ich von diesem Ton noch Wiederholungen. Muß das sein?


Die Aktivierung Deines Effektweges erfolgt auf seiner Returnseite. Diese Anordnung hat bei Verwendung langer Delays den von Dir erwähnten Nachteil, welchen wir bei der Konstruktion Deines Verstärkers bewusst in Kauf genommen haben - und dafür gibt es gute Gründe:

Der Vorteil dieser Anordnung ist nämlich, dass an der Send Buchse stets ein Signal zur Verfügung steht, welches Du für zusätzliche Geräte verwenden kannst. Zudem kannst Du dabei gleichzeitig returnseitig weitere Signalquellen anschliessen (z.B. eine externe Vorstufe...) - und diese mit der Effektwegschaltung aktivieren bzw. deaktivieren.

Den in der Fragestellung aufgezählten Nachteil kannst Du übrigens ganz simpel umgehen: Du benutzt ganz einfach zur Aktivierung dieser speziellen Effekte den Bypass-Schalter Deines Effektgerätes. Alternativ kannst Du aber auch einfach Deine Spielweise der Effektwegschaltung anpassen, indem Du nämlich den Effektweg gleichzeitig mit dem Anschlag der ersten Delay-Note aktivierst und die Delayfahne erst ausklingen lässt, bevor Du gleichzeitig mit der nächsten betonten Note den Effektweg ausschaltest...


Wenn ich meinen FX-Loop hinzuschalte wird das Signal immer einen Tick leiser, egal ob auf wet, dry oder irgendwas dazwischen. Auch +4 oder -10 db machen keinen Unterschied. Dieses Phänomen ist auch zu beobachten, wenn ich mein Effektgerät im Loop habe, welches aber auf Bypass geschaltet ist. Muss ich den Lautstärkeunterschied wirklich mit dem Effektgerät ausgleichen? Ist der Effektweg kaputt?


Es handelt sich keineswegs um einen Fehler des Amps, sondern um einen Qualitätsmangel des Effektgerätes.

Bitte mach dazu einmal den folgenden Test:

1. Verbinde mit einem Patchkabel FX-Send und FX- Return des Amps.

2. Dann drehe am Amp FX-Mix voll auf.

3. Dann schalte den Effektweg mehrfach ein und aus.

>>> Hierbei darf kein oder nur ein kaum wahrnehmbarer Pegelunterschied hörbar sein. Ist dies der Fall, so ist der Amp in völlig in Ordnung!

Hinweis: In den Mischpositionen des FX-Mix Reglers wird der Pegel bei eingeschaltetem (!) Effektweg sogar minimal erhöht. (Auch das kann am besten einmal per Patchkabel getestet werden.) Dies ist beabsichtigt und völlig normal. Ist der Effektweg überhaupt nicht belegt, so darf innerhalb eines Grundsounds kein Lautstärkeunterschied auftreten - es sei denn gleichzeitig werden auch die programmierten Masterregler (wie z.B. in der JVM-Serie möglich...) umgeschaltet.

Tritt der genannte Effekt auf, sobald ein Effektgerät eingeschleift ist, nicht jedoch mit dem Patchkabel, so ist das Effektgerät eindeutig für den Pegelverlust verantwortlich. Ursache: Die meisten Effektgeräte haben leider selbst noch im Bypassbetrieb Pufferverstärker aktiv, welche nicht nur den Frequenzgang beschneiden, sondern auch die Dynamik und die Pegelverhältnisse negativ beeinflussen können. Bei diesen Effektgeräten muß der Signalverlust mit dem Effektgerät selbst wieder aufgeholt werden. Nur ein Effektgerät mit Hardware-Bypass (wie z.B. ein Marshall Bodenpedal...) verhält sich im Bypassbetrieb wirklich klangneutral. Es gibt aber auch hochwertige, gepufferte Effektgeräte, welche sich (wie z.B. das alte Marshall JFX1...) absolut pegelneutral verhalten.

 

FRAGEN ZUR KANALUMSCHALTUNG BEI EINIGEN AVT-MODELLEN

Wenn ich bei meinem AVT Amp vom Overdrive-Kanal auf den Cleankanal zurückschalte, höre ich ein lautes "Plopp-Geräusch". Was kann ich dagegen tun?


Vermutlich betreibst Du den Cleankanal mit weit aufgedrehtem Volumen und deutlich abgesenktem Gain, den Leadkanal dagegen mit extrem kleiner Volumeneinstellung und viel Gain. Das von Dir beschriebene Problem ist bei solch extrem unterschiedlichen Gain/Volumen Einstellungen für beide Kanäle völlig normal, denn beim Zurückschalten steht dabei ein extrem hoher Signalpegel an, der sich während des Umschaltvorganges auf den (auch für extrem niedrige Pegel ausgelegten...) Cleankanal als hörbares "Plopp-Geräusch" entläd.

Die Lösung dieses Problems ist aber ganz einfach, denn die Signalpegel kannst Du selbst angleichen:

Da eine kleinere Gaineinstellung am Leadkanal bzw. eine größere Ausgangslautstärke für die Leadsounds vermutlich nicht erwünscht ist, empfehlen wir Dir in diesem Fall, das Gain im Cleankanal weiter aufzudrehen (z.B. so weit, dass das Signal gerade noch nicht verzerrt...) und die dadurch entstehende größere Lautstärke über den Clean-Volume Regler zu reduzieren. Dadurch wird sich das störende Schaltgeräusch merklich verringern - bzw. in der Regel ganz verschwinden...

 

FRAGEN ZU BESTIMMTEN MODELLEN...

Bei meinem Dual Reverb Amp funktioniert der Hall irgendwie nicht. Ist da etwas kaputt?


Vermutlich nicht. Dieser Fehler tritt vornehmlich dann auf, wenn anstatt des Doppelfußschalters ein einfacher Fußschalter (mit Mono-Klinkenstecker) verwendet wird. Probiere einmal, ob der Hall ohne angeschlossenen Fußschalter funktioniert. Ist dies auch nicht der Fall, so ist Dein Verstärker vermutlich defekt (ist vielleicht die Zuleitung zur Hallspirale abgerissen?). Benutzt Du den richtigen Fußschalter (ohne LEDs), und dieser schaltet den Hall nicht, so ist der Fußschalter oder sein Anschlußkabel defekt.


Mein SE100 hat laut Bedienungsanleitung eine Impedanz von 8 Ohm. Wenn ich nun aber an meinem Amp nicht nur das SE100, sondern auch noch am SE100 eine zusätzliche Box anschließe, wie muss ich dann die Impedanz am Amp einstellen?


Die Impedanz Deines Amps stellst Du bei Verwendung Deines SE100 (anstatt einer Box) immer auf 8 Ohm. Damit ist die Impedanz des Amps stets optimal abgeschlossen - und zwar unabhängig davon, welche Impedanz die verwendete Box hat. Mit anderen Worten: Es ist in diesem Fall egal, welche Impedanz die Box hat - was zählt ist die Anschlussimpedanz des SE100.

Wie das geht? Ganz einfach: Die am SE100 angeschlossene Box wird intern mittels eines zusätzlichen Übertragers entkoppelt. Die Endstufe Deines Verstärkers kann also keinerlei Schaden nehmen.


Bei meinem JCM900 / 30Th Anniversary Röhrenverstärker finde ich neben der normalen Impedanzangabe an den Lautsprecherbuchsen noch einen in Klammern angegebenen Wert. Also z.B.: 8 Ohm / 4 Ohm (16 Ohm). Was hat diese Angabe zu bedeuten? Und auf welche Position bringe ich den Impedanzwahlschalter?


Das bedeutet, dass der betreffende Verstärker on Originalverdrahtung in einer Schalterposition die 8 Ohm Wicklung und in der anderen Schalterposition die 4 Ohm Wicklung des Ausgangsübertragers bereithält. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, das Gerät auf die in der Klammer angegebene Impedanz umzuverdrahten. Will man also den Amp aus dem obigen Beispiel an 16 Ohm betreiben, so muß dazu der Verstärker von einem Techniker umgebaut werden (dazu sind intern nur wenige Steckverbinder anders zu verdrahten).

In Jedem Fall ist darauf zu achten, dass die Anschlußimpedanz des Verstärkers der Gesamtimpedanz der verwendeten Boxen entspricht. Bei Verwendung einer 8 Ohm Box wird also auf 8 Ohm geschaltet, bei einer 4 Ohm Box auf 4 Ohm und bei einer 16 Ohm Box (...im angegebenen Beispiel...) umverdrahtet und auf die Klammer (16 Ohm ) geschaltet.

Hinweis: Damit auch solche Verstärker ohne Umverdrahtung an den typischen Marshall 4x 12" Cabinets betrieben werden konnten, wurde seinerzeit das aktuelle Anschlußfeld für die 1960 Cabinets (mit Umschaltmöglichkeit von 16 auf 4 Ohm...) eingeführt.

Kann ich den ED1 Kompressor auch für Mikrofon (Gesang) einsetzen?

Es ist problemlos möglich, den ED1 dafür einzusetzen, auch wenn das Gerät ja eigentlich für Gitarre und Bass entwickelt wurde. Dank des breiten Frequenzbandes, welche der ED1 bearbeitet, liefert "Edward The Compressor" ausgezeichnete Ergebisse ab. Dies haben wir mehrfach erfolgreich getestet und nutzen das Pedal auch so in der Praxis.

Selbstverständlich erfolgt die Signalführung zum Mischpult dabei unsymmetrisch - es sollte also nur gute, sauber abgeschirmte Kabel für die Signallleitung verwendet werden.


Wie stelle ich meinen MG-Amp so ein , dass ein optimaler Signal-Rauschabstand erreicht wird?


Für einen optimalen Signal-Rauschabstand der MGFX-Modelle wird das Gain weiter aufgedreht,
der "Volume" Regler dagegen eher weiter zugedreht!

Wird eine solche Einstellung gewählt, so ist das auftretende Grundrauschen im Verhältnis zum Gitarrensignal verschwindend gering - und deutlich besser als das von Röhrenverstärkern.

Im Zweifel ist es hier ausnahmsweise also tendenziell günstiger, in den einzelnen Kanälen mehr Verzerrung einzustellen, anstatt zu versuchen, im High-Gain Channel einen Cleansound zu erzeugen...

Hinweis: Damit verhält es sich mit der Einstellung der MG-FX Modelle genau umgekehrt, wie mit Röhrenverstärkern! So macht es bei den MG's auch keinen großen Unterschied, wie viel Gain man aufdreht, ob die Effekte aktiviert sind, oder auf welchen Kanal man schaltet - der Rauschpegel bleibt davon so gut wie unbeeinflusst. Ausschließlich das Aufdrehen der "Volume" und "Master" Regler führt hier zu höherem Rauschpegeln. Das Aufdrehen des Gain-Reglers ermöglicht es folglich, bei gleicher Lautstärke den Volume-Regler weiter abzusenken - so dass der Rauschpegel schließlich absinkt.

Mein Class5 Combo macht manchmal "rappelnde" oder "dröhnende" Nebengeräusche bzw. überträgt bei bestimmten Tönen Resonnanzen, die da nicht hingehören. Dies ist vornehmlich bei sehr lauten Einstellungen der Fall. Was kann ich tun?

Die ersten Class5 Combos wurden mit einer einteiligen, hölzernen Geräterückwand ausgeliefert, welche sich im Einzelfall nachteilig auf das Resonanzverhalten auswirken kann. Dieses Problem ist seitens der Firma Marshall innerhalb kurzer Zeit durch eine Neukonstruktion der Rückwand behoben worden - und tritt bei den aktuellen Geräten (mit Lochblechgitter) nicht mehr auf. Sollte Dein Combo davon betroffen sein, so wende Dich bitte mit Gitarre und Verstärker an Deinen Händler, damit die Rückwand des Amps ausgetauscht - oder ggf. andere Ursachen des Nebengeräusches eleminiert werden können.

Mein Verstärker aus der MA-Serie macht im Overdrivekanal kaum Verzerrung, obwohl ich das gain voll aufgedreht habe. Was ist da los?

Vermutlich ist der "Crunch Balance" Regler zu weit zugedreht. Dieser regelt gleichzeitig das Gain und das Volumen für den (nicht geboosteten) Overdrive Kanal - und greift daher sehr drastisch in den Grundsound des Overdrive ein. Erst wenn auch "Crunch Balance" voll aufgedreht ist, steht das maximale Gain für den Overdrive-Kanal zur Verfügung. Drehe diesen Regler daher nur so weit zu, wie Du es wirklich brachst, um den Lautstärkeunterschied zwischen Boost- und Overdrivesound einzupegeln.

Wie kann ich den Betriebsmodus des JMD:1 Fußschalters von "Switch Store" (Kopie der Frontplatten-Schaltfunktionen) auf "Preset Store" (Anwählen und Speichern der 28 Presets in 7 Bänken...) bringen, bzw. wie komme ich dann wieder zurück in den "Switch Store" Modus?


Wird beim Einstecken des Kabels in den PEDL90048 Fußschalter die erste Taste (welche mit "MODE CHANGE" beschriftet ist...) gedrückt, so wird dabei jeweils der andere Modus angewählt. Dazu muß natürlich der JMD:1 an anderen Ende des Fußschalters angeschlossen und eingeschaltet sein...