Lexikon

Poweramp
Definition:

Als Endstufe bezeichnet man die letzte Stufe eines Verstärkers, die Leistungsstufe. Dieser Teil eines Verstärkers treibt sozusagen die Lautsprecher an. Diese Poweramps sind auch als eigenständige Geräte erhältlich. Die Leistungsangaben eines Verstärkers beziehen sich auf dessen Endstufe, an der die Leistungsmessung in der Regel auch erfolgt.

Endstufen für Gitarren können dabei in Röhrentechnik, in Transistortechnik (mit Hybridbaustein) oder als Hybridverstärker (mit einer Phasenumkehrstufe in Röhrentechnik) konstruiert sein.

Da die Endstufe die größte Leistung aller Verstärkerstufen bringen muß, ist die Wärmeabfuhr durch integrierte Kühlkörper oder Ventilatoren besonders wichtig und auf eine ausreichende Ventilation sowie auf freien Luftzug durch Lüftungsschlitze zu achten. Eine unzureichende Kühlung kann eine Endstufe zerstören. Endstufenröhren dürfen jedoch keiner zu intensiven Kühlung ausgesetzt werden, da sonst ihr Glaskörper reißen könnte.

Die Verwendung von guten Lautsprecherkabeln mit ausreichendem Querschitt ist sehr wichtig, um Defekte an der Endstufe auszuschliessen. Röhrenendstufen dürfen nicht „offen“, also ohne angeschlossene Lautsprecher betrieben werden. Zudem muß die Impedanz der Endstufe und der angeschlossenen Boxen sowie deren Belastbarkeit beachtet werden.

Preamp
Definition:

Der Begriff "Preamp" bezeichnet die schaltungstechnische Sektion eines Verstärkers, in welcher das Gitarrensignal für die weitere Verstärkung durch die Endstufe aufbereitet wird. In den 80´er Jahren wurde im Zuge der Entwicklung der Racktechnik diese Vorstufensektion separiert und zu einer eignen Geräteklasse entwickelt.

Preamps gibt es in verschiedenen Variationen, neben der Eingangssektion mit entsprechender Gainregelung ist eine integrierte Klangregelung und die Grundsoundverarbeitung in mehreren Kanälen (z. B. Clean und Overdrive) obligatorisch.

Viele Preamps bieten Anschlussmöglichkeiten für Effektgeräte (oder haben diese integriert) und Schaltmöglichkeiten via MIDI, einige Modelle am Markt sind zudem programmierbar.

Marshalls JMP1 wurde dabei zu einem der beliebtesten Geräte und hat sich trotz der Schnellebigkeit dieser Geräteklasse über Jahre als Referenz etabliert.

Presence
Definition:

Die Presence-Regelung stellt ein zentrales Soundwerkzeug dar, weil sie nuanciert in den tieferen und oberen Mitten sowie in den Höhen in den Klangcharakter des Amps eingreift. Im Gegensatz zu den Klangreglern der Vorstufe wirkt Presence jedoch auf die sogenannte Gegenkopplung in der Endstufe und bietet ein völlig eigenständiges Soundspektrum (Endstufenpresence).

Der Presenceregler erweitert die übliche 3-Band-Klangreglung (Bässe, Mitten, Höhen) um eine feine, zusätzliche Abstimmung des Verstärkersounds im Obertonspektrum.

Bei Verstärkern ohne Röhrenendstufe wird gerne eine „Vorstufenpresence“ eingesetzt, die einen ähnlichen Effekt in der Vorstufe simuliert. Diese arbeitet unabhängig von der Gegenkopplung der Endstufe, lässt die Ansprache beim Anschlag der Saiten nahezu unverändert und ist daher auch weniger dynamisch.

Preset
Definition:

Das englische Wort „adjust“ (auf deutsch: „einstellen“, „regulieren“) dient bei Marshall als Bezeichnung für multifunktionale Regler.

Mit den „Adjust“-Reglern des AVT150 wird der Hauptparameter des aktiven Effektprogramms eingestellt, also das Decay für Reverb, die Delayzeit für das Echo, die Wiederholungsrate für Chorus und Flanger sowie das Tempo für den Modulationseffekt.

Die „Preset/Adjust“-Regler in der MG-Serie verändern nicht nur den Hauptparameter des Effektes, sie dienen auch der Auswahl des jeweiligen Effektprogrammes.

Die Bedienoberfläche des Verstärkers bleibt somit übersichtlich und auf alle Effektsounds kann intuitiv zugegriffen werden.

Privatkopie
Definition:

Als Privatkopie wird das Recht einer Person bezeichnet, von einem Werk eine Anzahl von Kopien für den privaten Gebrauch, etwa im Auto, auf einem anderen Abspielgerät oder für den Freundeskreis anzufertigen.

Die Privatkopie findet im deutschen Recht ihre Entsprechung im § 53 UrhG.

Privatkopien waren vor dem Aufkommen der Digitaltechnik nur durch verlustbehaftetes Kopieren zu erstellen. Analoge Tondaten wie auf Musikkassetten verlieren zum Beispiel durch mehrmaliges Kopieren an Qualität und werden schließlich unbrauchbar. Damit war die Verbreitung einer solchen Kopie durch physikalische Grenzen beschränkt.

Digitale Kopien sind jedoch identisch mit dem Original und lassen sich beliebig oft vervielfältigen, ohne an Qualität einzubüßen. Das hat zu dem Aufkommen von Tauschbörsen geführt, in denen meist Musikstücke und Filme, aber auch Bücher Verbreitung finden. Viele der dort angebotenen Werke sind sog. "Raubkopien" und haben mit der auf einen engen Bekanntenkreis des Kopierenden beschränkten Privatkopie nichts zu tun. Die Privatkopie darf zwar auch von einem Dritten erstellt werden, jedoch darf die Weitergabe nur im überschaubaren Bekanntenkreis (laut einschlägiger Gerichtsurteile nicht mehr als sieben Kopien) erfolgen. Das jedoch dürfte bei einer Tauschbörse regelmäßig nicht der Fall sein. Dagegen ist es auch gemäß dem aktuellen Urheberschutzgesetz nicht erforderlich, eine Privatkopie von einer Originalvorlage zu erstellen, oder selbst im Besitz des Originals zu sein.

Durch die Bestrebungen der Musik- und Filmindustrie, die Kontrolle über ihre Werke zu behalten, werden zunehmend Kopierschutz- und DRM-Techniken eingesetzt. Nach der Gesetzgebung einiger Länder (auch Deutschland) ist das Umgehen von wirksamen Kopierschutzmechanismen jedoch mittlerweile illegal; dadurch wird das Recht auf eine Privatkopie (z.B als Backup) sehr stark eingeschränkt.

Zur Sicherstellung der Entlohnung für Urheber und Verwerter (Verlage, Labels, Herausgeber) wurde eine Pauschalabgabe auf Kopiergeräte und Datenträger eingeführt. Verwaltet und verteilt werden die Einnahmen von der GEMA.

Product Placement
Definition:

Mit Endorsement (engl. to endorse = fürsprechen, unterstützen) bezeichnet man eine vertragliche Bindung eines bekannten Musikers an einen Hersteller von Musikinstrumenten. Dabei wirbt der Musiker für Produkte, indem er diese live und bei Aufnahmen einsetzt. Der beworbene Hersteller verspricht sich dadurch einen besonders glaubwürdigen Werbeeffekt. Der werbende Musiker erhält als Gegenleistung Geld oder materielle Vergütungen, z.B. kostenloses Equipment. Endorsements entsprechen dem Product Placement (Schleichwerbung) in der TV- und Kinobranche.

Jim Marshall vertritt seit Beginn der Firmengeschichte eine absolute Non-Endorsement-Politik, mit anderen Worten: Egal, wer einen Marshall spielt, von Marshall gab es dafür kein Geld und auch nichts „for free“! Ob eine Limited Edition mit Zakk Wylde, ein Anzeigenmotiv mit Yngwie Malmsteen oder ein Zitat von Gary Moore: Es gab für die Musiker noch niemals Geld dafür und seitens Marshall auch nichts. Jim Marshall sagte dazu wortwörtlich: „Wenn ich einen Verstärker verschenke, hat mich dieser Geld gekostet. Ich müsste also alle anderen Verstärker etwas teurer verkaufen, um diese Kosten wieder einzunehmen. Letzlich zahlen solche Eskapaden die Kunden. Das darf es bei Marshall niemals geben! Und ich will auch niemanden, der meine Amps spielt, nur weil er sie kostenlos bekommen kann. Unsere Produkte sollen überzeugen, dafür steht mein Name, und nicht für Werbung um jeden Preis. Als Jimi Hendrix damals in meinen Laden kam, dachte er auch erst, er könne bei mir alles umsonst bekommen. Nachdem er den ersten Amp gehört hatte, war er sofort bereit, dafür zu zahlen. Ich weiss, er hat das niemals bereut. Und ich übrigens auch nicht.“

Punch
Definition:

Der Begriff wurde dem Boxsport entliehen (engl. für „harter Schlag“). Punch steht im Soundkontext für schnelle Ansprache und satten Schalldruck.

Der Begriff „Druck“ bezieht sich auf Schalldruckangaben und Durchsetzungskraft.

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